Chronologie Der Fall Elián
23. November 1999 - Ein Boot mit kubanischen Flüchtlingen sinkt vor Fort Lauderdale (Florida).
25. November 1999 - Elián und zwei weitere Menschen werden gerettet, seine Mutter und der Stiefvater sind ertrunken.
26. November 1999 - Das Kind kommt in die Obhut von Verwandten in Miami.
29. November - Eliáns Vater Juan Miguel fordert die Rückkehr seines Sohnes und sagt, die Mutter habe ihn entführt.
07. Dezember - Tausende Kubaner demonstrieren in Havanna für Eliáns Rückkehr. Zuvor hatte die US-Regierung die entsprechende Forderung von Kubas Präsident Fidel Castro abgelehnt. In Florida demonstrieren Exilkubaner für seinen Verbleib. Diese Aktionen wiederholen sich.
03. Januar 2000 - Eine Delegation des US-Kirchenrates, der für Eliáns Rückkehr ist, führt in Kuba Gespräche mit dem Vater, den Großeltern, und Castro.
05. Januar - Die US-Einwanderungsbehörde plädiert für die Rückkehr des Jungen bis zum 14. Januar. Die Anwälte der Verwandten bezeichnen die Entscheidung als verfassungswidrig.
10. Januar - Eine Familienrichterin in Miami spricht dem Großonkel Lazaro Gonzales das Sorgerecht zu. Das US-Justizministerium vertritt die Auffassung, nur Eliáns Vater könne für seinen Sohn sprechen.
19. Januar - Die Angehörigen des Jungen klagen gegen Einwanderungsbehörde und Justizministerium.
21. Januar - Eliáns Großmütter kommen in die USA. Während ihres einwöchigen Aufenthalts besuchen sie das Kind und fordern seine Heimkehr.
28. Januar - Das Justizministerium appelliert an das zuständige Bundesgericht, dafür grünes Licht zu geben.
21. März - Ein Bundesrichter in Miami weist die Klage gegen die Einwanderungsbehörde zurück.
28. März - Die Behörde stellt den Verwandten ein Ultimatum: Entweder willigen sie schriftlich ein, dass Elián im Falle einer Niederlage vor Gericht nach Kuba geschickt wird, oder es wird ihm die vorläufige Aufenthaltserlaubnis entzogen.
31. März - Vizepräsident Al Gore tritt überraschend für einen Verbleib des Kindes in den USA ein.
4. April - Die US-Behörden genehmigen ein Einreise-Visum für Eliáns Vater.
6. April - Eliáns Vater trifft in Washington ein.
12. April - US-Justizministerin Janet Reno versucht erfolglos, die Verwandten Eliáns bei einem Treffen mit den Verwandten im Haus der Nonne Jeanne O'Laughlin in Miami Beach zur Übergabe des Jungen an den Vater zu bewegen.
13. April - Justizministerium stellt Ultimatum auf Herausgabe des Kindes bis 14.00 Ortszeit (20.00 MESZ). Wenige Minuten vor Ablauf der Frist erreichen die Verwandten eine einstweilige Verfügung vor Gericht.
14. US-Regierung reagiert mit Kompromissangebot: Elián soll so lange in den USA bleiben, bis seine Zukunft gerichtlich geklärt ist. Voraussetzung dafür ist seine sofortige Übergabe an seinen Vater. Die Verwandten lehnen ab.
19. April - Ein Gericht in Atlanta bestätigt die einstweilige Verfügung. Demnach muss der Junge bis zur endgültigen Entscheidung eines Berufungsgerichts in den USA bleiben. Offen bleibt, ob der Junge bei seinen Verwandten bleiben soll oder ob die Behörden ihn seinem Vater übergeben können.
20. April - Eliáns Vater appelliert an das amerikanische Volk, ihn bei seinem Kampf um seinen Jungen mit Briefen an Präsident Clinton und Justizministerin Reno zu unterstützen.
21. April - Medien berichten, Justizministerin Reno wolle Elián jetzt mit Zwang aus dem Haus seiner Verwandten in Miami holen und mit seinem Vater wiedervereinen.