Chronologie Der Sturz Saddams
11. September 2001: Al-Qaida-Anschlag auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington. Schon kurz darauf macht die US-Regierung um Präsident George W. Bush Saddam Hussein für die Attentate mit Tausenden Toten verantwortlich. Der Vorwurf, der Diktator habe Verbindungen zu al-Qaida wird nie bewiesen werden.
15. Oktober 2002: Bei einem Referendum für die nächste Amtszeit gewinnt Saddam Hussein offiziellen Wahlergebnissen zufolge mit 100 Prozent der Stimmen.
7. Dezember 2002: Saddam entschuldigt sich für die Invasion in Kuwait, macht aber dennoch die Führung des Golfemirats für den Konflikt verantwortlich. Kuweit lehnt die Entschuldigung ab.
Februar 2003: In seinem ersten Interview seit mehr als zehn Jahren weist Saddam die Vorwürfe zurück, der Irak verfüge über verbotene Waffen oder habe Verbindungen zu al-Qaida.
17. März 2003: Ablauf eines Ultimatums, mit dem die USA, Großbritannien und Spanien den Diktator zur Wiederzulassung von Uno-Waffeninspektionen zwingen wollten. Er selbst soll mit seinen Söhnen das Land verlassen.
20. März 2003: Mit Luftangriffen gegen die irakische Hauptstadt beginnt die US-geführte Operation "Iraqi Freedom". Sogenannte Enthauptungsschläge gegen Saddam scheitern.
9. April 2003: US-Truppen erobern das Zentrum von Bagdad. Saddams 24-jährige Herrschaft geht zu Ende. Saddam tritt noch einmal öffentlich auf. In Bagdads Nordwesten präsentiert er sich vor laufenden Kameras seinen jubelnden Anhängern, dann taucht er unter. Die Amerikaner finden keinerlei Massenvernichtungswaffen.
1. Mai 2003: US-Präsident Bush fliegt in Kampfmontur auf den Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" ein. Er verkündet "mission accomplished" - eine fatale Fehleinschätzung, denn in der Folge mehren sich die Anschläge auf amerikanische Soldaten.
3. Juli 2003: Die Besatzungsmächte setzen ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar auf Hussein aus, 15 Millionen auf jeden seiner Söhne - tot oder lebendig.
22. Juli 2003: Das US-Militär bestätigt den Tod von Saddams Söhnen Udai und Kussei bei Gefechten in Mossul.
19. August 2003: Ein Selbstmordanschlag auf das Uno-Hauptquartier in Bagdad fordert etliche Tote, unter anderem stirbt der höchste Gesandte der Vereinten Nationen in dem Land, Sergio Vieira.
14. Dezember 2003: US-Truppen spüren den verwahrlosten Ex-Diktator in der Nähe von Tikrit auf und ziehen ihn aus einem Erdloch.
1. Februar 2004: Bei Selbstmordanschlägen im kurdischen Irbil sterben mehr als hundert Menschen. Auftakt zu einer Serie von Attentaten, denen immer mehr Iraker zum opfer fallen.
29. April 2004: Die Folterfotos von Abu Ghureib sorgen für einen weltweiten Sturm der Entrüstung. Gegen die beteiligten GIs wird später Anklage erhoben.
30. Juni 2004: Saddam wird formal der irakischen Justiz überstellt, bleibt jedoch unter amerikanischer Bewachung.
19. Oktober 2005: Auftakt des ersten Prozesses gegen Saddam und sieben weitere Angeklagte. Gegenstand des Verfahrens ist ein Massaker in dem schiitischen Ort Dudschail im Juli 1982. Ihm werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Saddam erklärt sich für nicht schuldig.
8. Juni 2006: Der Qaida-Anführer im Irak, Abu Musab als-Sarkawi wird bei einem Luftangriff auf ein Haus bei Bakuba, 40 Kilometer nördlich von Bagdad, getötet. Er wird für zahlreiche Anschläge auf Amerikaner, Iraker und Geiselermordungen verantwortlich gemacht.
21. August 2006: Beginn des zweiten Saddam-Prozesses wegen Völkermords an den Kurden. Er verweigert zu Beginn des Verfahrens ein Plädoyer auf schuldig oder nicht schuldig.
17. Oktober 2006: Die Baker-Kommission macht sich an die Arbeit, um eine neue Irak-Strategie für die USA zu entwickeln.
5. November 2006: Das irakische Sondertribunal gibt seine Entscheidung im Dudschail-Prozess bekannt: Saddam, sein Halbbruder und ein hoher Ex-Richter sollen am Galgen sterben.
6. Dezember 2006: Die Baker-Group legt ihre Ergebnisse vor: weniger Kampf, mehr Ausbildung und ein Abzug auf Raten.
26. Dezember 2006: Das zuständige Berufungsgericht bestätigt das Todesurteil gegen Saddam Hussein in allen Anklagepunkten. Das Urteil soll binnen 30 Tagen vollstreckt werden.
28. Dezember 2006: Saddam verabschiedet sich von zwei ebenfalls in US-Haft einsitzenden Halbbrüdern und übermittelt seiner Familie Botschaften. Laut seinem Anwalt zeigte er sich bereit, als Märtyrer zu sterben.
29. Dezember 2006: Widersprüchliche Angaben zum genauen Hinrichtungstermin kursieren. Während Saddams Verteidiger eine baldige Exekution andeuten und auch in US-Regierungskreisen von einem unmittelbar bevorstehenden Vollzug ausgegangen wird, weist das irakische Justizministerium dieses Szenario zurück.
rüd/Reuters/dpa