CIA-Chef Tenet: Sorry, George - DER SPIEGEL
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CIA-Chef Tenet Sorry, George

CIA-Direktor George Tenet hat sich schützend vor seinen Präsidenten gestellt. Er übernahm die Verantwortung für falsche Passagen in einer Bush-Rede, die als Rechtfertigung für den Irak-Krieg dienten.
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Washington - Der Geheimdienst hätte den angeblichen Kauf von atomwaffenfähigen Uran in Afrika durch den Irak aus dem Manuskript streichen müssen, sagte Tenet. Bush stellte sich demonstrativ hinter seinen Geheimdienstchef. Der US-Präsident erklärte während seiner Afrikareise, Tenet genieße weiter sein Vertrauen.

Bushs Sprecher Ari Fleischer sagte, der Präsident begrüße das Eingeständnis des CIA-Chefs und betrachte die Angelegenheit als abgeschlossen. Auch in Washington wurde nicht mit einem Rücktritt Tenets gerechnet.

Bush hatte dem Geheimdienst zuvor die Verantwortung für die falschen Informationen zugewiesen. Kurze Zeit später räumte Tenet ein, CIA-Mitarbeiter hätten das Redemanuskript gelesen und Einwände erhoben, woraufhin das Weiße Haus den Text hinsichtlich des angeblichen Uran-Geschäfts mit Niger geändert habe.

Die CIA habe jedoch versäumt, wegen Zweifeln am Wahrheitsgehalt die gesamte Passage zu streichen. "Diese 16 Wörter hätten nicht in den für Bush geschriebenen Text aufgenommen werden dürfen", erklärte der Geheimdienstchef.

Weiter hieß in Tenets Erklärung: "Lassen Sie mich einige Dinge deutlich machen: Erstens, die CIA hat die Rede des Präsidenten zur Lage der Nation vorab abgesegnet. Zweitens, ich bin verantwortlich für diesen Entscheidungsprozess in meiner Behörde. Und drittens, der Präsident musste davon ausgehen, dass der ihm vorgelegte Text korrekt war."

Bush hatte im Januar in seiner Rede zur Lage der Nation erklärt, nach britischen Erkenntnissen habe Irak versucht, bedeutende Mengen Uran in Afrika zu kaufen. Am Mittwoch musste die US-Regierung einräumen, dass die britischen Informationen auf gefälschten Dokumenten aus Niger beruhten.

"Independent": Informationen aus dem Internet

Der britische Außenminister Jack Straw schrieb an einen Ausschuss des Unterhauses, die CIA habe zwar Zweifel an den Informationen geäußert, diese aber nicht spezifiziert. Erst vor kurzem habe Großbritannien erfahren, dass der US-Gesandte Joseph Wilson den Vorwurf in Niger überprüft und für unberechtigt befunden habe.

Wilsons Bericht habe jedoch auch britische Thesen bestätigt, erklärte Straw weiter. Der US-Gesandte habe erklärt, dass eine irakische Delegation sich um die Ausweitung des Handels mit Niger bemüht habe. Ehemalige Regierungsmitglieder des afrikanischen Landes glaubten, dass es dabei um die Beschaffung des Urankonzentrats Yellow Cake gegangen sei.

Die britische Regierung beschuldigte Irak in einem im September veröffentlichten Dossier des versuchten Uran-Kaufs. Die Zeitung "Independent" berichtete, dieses Dossier solle Informationen aus dem Internet und anderen frei zugänglichen Quellen enthalten haben. Premierminister Tony Blair dagegen hatte dagegen erklärt, es basiere größtenteils auf der Arbeit der britischen Geheimdienste. Ein Sprecher Blairs sagte am Samstag, die Regierung stehe zu dem Dossier.

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