Clinton droht Attentätern "Wir kriegen Euch"
Norfolk/Aden - Die USA werden nach den Worten von Präsident Bill Clinton nicht ruhen, bis die Verantwortlichen für den Terroranschlag auf den Zerstörer "USS Cole" gefasst worden sind. "Ihr werdet keinen sicheren Ort finden, wir werden Euch fassen und die Gerechtigkeit wird siegen", drohte Clinton den unbekannten Attentätern am Mittwoch auf einer Trauerfeier für die 17 getöteten Seeleute.
Anschläge wie der von Aden würden die USA nicht davon abhalten, "Wache für Frieden oder Freiheit oder Stabilität im Nahen Osten und überall auf der Welt zu stehen". Clinton war zuvor im Marinestützpunkt Norfolk mit den Angehörigen der Toten und Verletzten zusammengekommen.
Der Anschlag auf die "Cole" ist im Hafen von Aden offenbar erwartet worden. Das legten Zeugenaussagen nahe, berichtete die "New York Times". Zahlreiche Boote hätten das Hafenbecken am vergangenen Donnerstag kurz vor dem Selbstmordattentat verlassen, während am Ufer ungewöhnlich viele Menschen die Vorgänge auf dem Wasser beobachtet hätten. Dort war ein kleines Boot längsseits zur "Cole" gegangen und hatte eine schwere Explosion ausgelöst.
Sie tötete 17 Seeleute und mindestens zwei Attentäter und riss ein riesiges Loch in die Seite des Kriegsschiffes. Nach den bisherigen Ermittlungen sei der Sprengsatz von etwa 250 Kilogramm technisch deutlich höher entwickelt gewesen als sonst von Terroristen verwendete Bomben, berichtete die Zeitung.
Nach Auskunft der US-Botschafterin in Aden, Barbara Bodine, haben die jemenitischen Behörden den US-Ermittlern wichtige Hinweise auf den Hintergrund des Anschlages geliefert. Nach arabischen Presseberichten haben sie in einer Wohnung in Hafennähe Material zum Bombenbau und Hinweise auf zwei Verdächtige entdeckt. In Labors der Bundeskriminalpolizei FBI in Washington werden unterdessen erste Sprengstoffspuren untersucht, die auf dem Schiff gefunden wurden.