Clinton Keine Militärintervention
Washington - US-Präsident Bill Clinton hat ein militärisches Eingreifen in Jugoslawien ausgeschlossen. Das Milosevic-Regime bezeichnete er als Diktatur. "Wir unterstützen die Demokratie und den Willen des serbischen Volkes", sagte Clinton in Washington.
Im Kampf um die Macht in Jugoslawien stehen die USA nach den Worten von Clinton auf der Seite der Demokraten. Die USA stünden zu den jugoslawischen Bürgern, die versuchten, ihr Land zurückzugewinnen, sagte Clinton. Gefragt nach seiner Stellungnahme nach den Massendemonstrationen in Belgrad, sagte Clinton: "Die USA stehen überall auf Seiten der Menschen, die für ihre Freiheit kämpfen." Die Bürger Jugoslawiens versuchten, ihr Land wieder zu gewinnen. "Wir unterstützen die Demokratie und den Willen des serbischen Volkes", sagte Clinton.
US-Außenministerin Madeleine Albright rief unterdessen Milosevic zum Rücktritt auf. Im ägyptischen Scharm el Scheich, wo sie sich zu Nahost-Verhandlungen aufhielt, sagte Albright: "Das Volk Jugoslawiens hat seinen Willen bekundet. Milosevic sollte sich dem nicht widersetzen."
Auch der britische Premierminister Tony Blair hat den jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic angesichts der Opposition gegen ihn zum sofortigen Rücktritt aufgefordert. "Ihre Zeit ist abgelaufen. Gehen Sie. Warten Sie nicht, bis es noch mehr Tod und Zerstörung gibt", sagte Blair in einer in London herausgegebenen Erklärung. Zuvor hatte bereits Außenminister Robin Cook den Rücktritt Milosevic' gefordert. In London sagte Cook zu den Straßendemonstrationen in Belgrad: "Er (Milosevic) hat nicht nur eine Million Menschen auf den Straßen, sondern auch einen Landesweiten Streik gegen sich. Je eher er geht, umso schneller können die Menschen in Serbien einen Neuanfang machen."
Der französische Premierminister Lionel Jospin zeigte sich überzeugt, dass der demokratische Wille des serbischen Volkes seinen Weg finden werde. Frankreich werde "alles in seiner Macht Stehende tun, um diese Schritte zu unterstützen", sagte Jospin in Paris. Er hoffe, dass auch andere wichtige Länder wie Russland sich diesen Initiativen anschließen.
Der EU-Sonderbeauftragte für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana, hat die Annullierung der jugoslawischen Präsidentschaftswahlen als "Verletzung aller demokratischen Grundprinzipien" verurteilt. "Für die Europäische Union ist Vojislav Kostunica der Führer der Mehrheit der Serben", sagte Solana bei einer Dringlichkeitsdebatte im Straßburger Europaparlament.