Online-Angriffe US-General fordert bessere Cyber-Abschreckung der Nato
Air Force Space Command Network Operations & Security Center
Foto: ? Rick Wilking / Reuters/ REUTERSDer Oberbefehlshaber aller US-Truppen in Europa fordert rasche Beschlüsse der Nato, um Cyber-Angriffe gegen andere Staaten möglich zu machen. "Wir müssen in Zukunft auch auf eine Art Cyber-Abschreckung setzen", sagte der Drei-Sterne-General Frederick "Ben" Hodges in einem Interview mit dem SPIEGEL: "Das schließt einen Gegenangriff automatisch mit ein." Darüber, so der General, müsse die politische Führung des Bündnisses schnell entscheiden. (Lesen Sie hier das vollständige Interview im neuen SPIEGEL.)
Hodges sieht die Gefahr, dass mögliche Gegner wie Russland Deutschland oder andere westliche Staaten nicht mehr ernst nehmen würden, wenn diese nicht zu offensiven Cyber-Attacken in der Lage seien.
Auch Deutschland riet der General zum schnellen Aufbau offensiver Cyber-Fähigkeiten. Nach dem Hackerangriff auf den Bundestag Mitte vergangenen Jahres, so Hodges, brauche die Bundesregierung "eine Antwort, wie man den Angreifer bekämpfen kann", sonst werde dieser Deutschland erneut attackieren.
Im April hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bekannt gegeben, die Bundeswehr werde in Zukunft alle Cyber-Aktivitäten in einem neuen militärischen Organisationsbereich zusammenfassen. Zum 1. April 2017 sollen knapp 14.000 Soldaten und Zivilisten dem neuen Inspekteur des Kommandos Cyber- und Informationsraum in Bonn unterstellt werden.
"Stärker denn je an der Seite Europas"
US-General Hodges
Foto: Piroschka Van De Wouw/ dpa
Hodges geht im SPIEGEL auch auf die politischen Umwälzungen in den USA ein. Befürchtungen, die US-Armee könnte sich unter dem neuen Präsidenten Donald Trump aus Europa zurückziehen, tritt Hodges entgegen: "Wir stehen stärker denn je an der Seite Europas. Ich habe keinen Grund anzunehmen, dass sich dies ändert."
Der General geht nicht davon aus, dass sich Trump über die Köpfe der Europäer hinweg mit Russland einigen könnte. "Ich sehe nicht, dass es unter einer amerikanischen Regierung, unter welchem Präsidenten auch immer, einen solchen Deal geben wird", sagt Hodges dem SPIEGEL.