Damaskus: Anschlag auf Hamas-Mitglied - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Damaskus Anschlag auf Hamas-Mitglied

In der syrischen Hauptstadt Damaskus ist eine Bombe in einem Auto detoniert. Bei der Explosion wurden drei Menschen verletzt. Das Auto gehörte einem Mitglied der militanten palästinensischen Hamas-Organisation.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Damaskus - Ein Hamas-Sprecher und der syrische Innenminister Ghasi Kenaan beschuldigten Israel, hinter dem Anschlag im Diplomatenviertel Massah zu stecken. Kenaan sagte im syrischen Fernsehen, eine unter einem Sitz eines Geländewagens versteckte Bombe sei explodiert, nachdem der nicht näher identifizierte Hamas-Funktionär, seine Frau und seine Tochter Minuten zuvor ausgestiegen seien. "Wer dahinter steckt, arbeitet mit dem israelischen Mossad zusammen oder ist der Mossad selbst", sagte er. Auch ein Hamas-Sprecher legte die Vermutung nahe, dass Israel Drahtzieher des Anschlags gewesen sei. Aus israelischen Kreisen verlautete dazu, sie wüssten nichts von dem Vorfall.

In Syrien leben rund 450.000 palästinensische Flüchtlinge. Radikale und militante palästinensische Gruppen haben Büros in Damaskus. Am 26. September wurde ein führendes Mitglied der Hamas getötet, als in seinem Auto eine Bombe explodierte. Über die Identität der Palästinenser, in deren Auto am Montag die Bombe explodierte, wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Ende April hatten in Massah Bewaffnete eine Bombe unter einem Auto gezündet und sich anschließend ein Feuergefecht mit den Sicherheitskräften geliefert. Vier Menschen kamen dabei ums Leben. Die syrische Regierung hatte zunächst von einem Terrorangriff gesprochen, diese Darstellung später aber wieder zurückgezogen.