Darfur-Konflikt Weltsicherheitsrat beschließt EU-Mission im Tschad
New York - Neben dem verabschiedeten Mandat für die EU-Friedenstruppe sollen in der Zentralafrikanischen Republik und dem Tschad zusätzlich Polizisten zum Schutz der Zivilbevölkerung beitragen, hieß es in der vom Uno-Sicherheitsrat einstimmig verabschiedeten Resolution.
Die EU-Verteidigungsminister wollen am Freitag in Brüssel endgültig grünes Licht für die Stationierung von bis zu 4000 Soldaten geben. Die Vereinten Nationen werden höchstens 300 Polizisten, 50 Verbindungsoffiziere und Zivilisten entsenden. Dem Beschluss zufolge soll der einjährige Einsatz unter dem Namen Minurcat sicherstellen, dass humanitäre Hilfe die Menschen im Tschad und in der Zentralafrikanischen Republik erreicht. Tschadische Polizisten sollen außerdem ausgebildet werden, um Flüchtlingslager nahe der Grenze zu Darfur zu schützen.
Für Darfur selbst bereiten die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union zurzeit eine gemeinsame Friedenstruppe mit insgesamt 26.000 Soldaten vor. Sie wird voraussichtlich im Frühjahr 2008 in vollem Umfang stationiert sein.
US-Präsident George W. Bush hat die Regierung und die Rebellen in Sudan unterdessen aufgefordert, die Waffen während Friedensgesprächen im kommenden Monat ruhen zu lassen und den "Völkermord" schnellst möglich zu beenden.
In Darfur kämpfen verschiedene Volksgruppen seit gut vier Jahren gegeneinander. Schätzungen zufolge sind in dem Konflikt 200.000 Menschen umgekommen, etwa 2,5 Millionen wurden vertrieben. Im Osten des Tschads leben rund 400.000 Flüchtlinge. In der Zentralafrikanischen Republik sind es etwa 200.000.
tno/Reuters/dpa