Umstrittene Strafverfolgung in USA Indische Diplomatin wird Uno-Mitarbeiterin
Devyani Khobragade (Archivbild): Ärger mit der US-Justiz
Foto: ReutersNew York - Neuer Job bei der Uno: Die Diplomatin Devyani Khobragade, deren Festnahme in den USA Mitte Dezember für Empörung gesorgt hatte, wird Mitglied der ständigen Vertretung Indiens bei den Vereinten Nationen.
Khobragade muss sich in den USA unter anderem wegen Visabetrugs vor Gericht verantworten. Vertreter Indiens hatten sich über die Behandlung der Diplomatin beschwert und ihre sofortige Freilassung gefordert.
Nun hat die bisherige Vizekonsulin durch den neuen Status bessere Karten in dem Rechtsstreit. Denn als Uno-Mitarbeiterin dürfte sie möglicherweise nach Indien ausreisen, ohne dass eine Strafverfolgung fortgesetzt wird.
Khobragades Anwalt sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Uno habe die Dokumente über den neuen diplomatischen Status dem US-Außenministerium vorgelegt. Eine Anerkennung von dort stehe aber noch aus. "Das wird nun überprüft", sagte ein Mitarbeiter des Ministeriums.
Der Fall der 39-Jährigen belastet die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Indien. Am 13. Dezember war sie in Handschellen abgeführt worden, vor Beamten musste sie sich mehrfach ausziehen. Khobragade ist nach der Zahlung einer Kaution in Höhe von 250.000 Dollar inzwischen wieder auf freiem Fuß.
US-Behörden werfen ihr vor, falsche Dokumente für den Visumantrag ihrer indischen Haushälterin vorgelegt zu haben. Sie soll ihren Hausangestellten zudem mit drei Dollar pro Stunde weitaus weniger als den amerikanischen Mindestlohn gezahlt haben.
Die USA arrangierten inzwischen, dass die Familie der Haushälterin von Indien in die USA reisen konnte. Ein ungewöhnlicher Schritt, der verhindern soll, dass auf die in den USA lebende Angestellte Druck aus Indien ausgeübt werden kann. Ihre Rolle in dem Fall sorgte für Spekulationen: Sie soll Khobragade erpresst haben, weshalb in Indien ein Haftbefehl gegen sie ausgestellt wurde.