Trump attackiert eigene Partei "Sie machen einen großen Fehler"
US-Politiker Trump: "Ich bin derjenige, der Hillary schlagen kann"
Foto: Erik S. Lesser / dpaSeit Monaten übertrifft sich Donald Trump regelmäßig selbst mit wilden Statements, politisch unkorrekten Behauptungen und Attacken gegen Minderheiten. Manchmal lügt er auch einfach. Nun aber könnte es der Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner übertrieben haben.
Nach der heftigen Kritik führender Konservativer an seiner Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime hat Trump die republikanische Partei davor gewarnt, seine Kür zum Präsidentschaftskandidaten zu durchkreuzen. Wenn führende Republikaner glaubten, seine Nominierung verhindern zu können, "machen sie sich etwas vor", sagte Trump am Sonntag im Fernsehsender Fox News . "Ich werde gewinnen, mein ganzes Leben dreht sich nur ums Gewinnen. Mit mir geht es nicht bergab, sondern immer nur nach oben."
Laut einem Bericht der "Washington Post" hatten Spitzenpolitiker der Republikaner kürzlich bei einem Abendessen darüber beraten, wie sie Trumps Wahl beim Nominierungsparteitag im Juli verhindern können, sollte er die parteiinternen Vorwahlen gewinnen. Viele bevorzugen Senator Ted Cruz, der in den Umfragen zuletzt aufholte.
"Ich denke, sie machen einen großen Fehler", sagte Trump dazu. "Ich bin derjenige, der Hillary schlagen kann", fügte er mit Blick auf seine demokratische Rivalin Hillary Clinton hinzu.
Ihm sei aber klar, dass er mit seiner Kampagne bei vielen Mitgliedern der Partei Unbehagen auslöse, so Trump weiter. Und dann, an eben diese Mitglieder gerichtet: "Leute, es tut mir leid, dass ich das machen muss. Aber ihr müsst Euch daran gewöhnen, so ist das manchmal im Leben."
Trump hatte vor einer Woche ein vorübergehendes Einreiseverbot für Muslime gefordert und damit Entrüstung ausgelöst. Bei Fox News wiederholte er seine Aussagen und erklärte: "Das sind kranke Leute, da geht eine Krankheit um."
Cruz holt auf - Trump teilt aus
Das konservative Establishment verfolgt den populistischen Kurs des politischen Seiteneinsteigers schon länger mit Unbehagen und fürchtet, dass Trumps polterndes Auftreten und seine bisweilen fremdenfeindlichen Äußerungen Wähler aus der Mitte verprellen könnten.
Trump liegt in den Umfragen zur republikanischen Präsidentschaftskandidatur seit Monaten an der Spitze. Laut einer Umfrage für das "Wall Street Journal" und dem Sender NBC liegt der Milliardär auch nach seinen jüngsten Äußerungen gegen Muslime mit 27 Prozent in Führung.
Laut einer Umfrage der Zeitung "Des Moines Register" aus dem US-Bundesstaat Iowa hat sich dagegen der Senator Cruz, ein Liebling der erzkonservativen Tea Party, an die Spitze gesetzt. In Iowa finden Anfang Februar die ersten Vorwahlen statt.
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Über Cruz sagte Trump übrigens zuletzt, dieser sei "ein klein wenig wahnsinnig".