Drittes TV-Duell Gore knapp vorn
St. Louis - Nach einer ersten Blitzumfrage des Fernsehsenders CNN ging Gore aus der Debatte knapp als Sieger hervor. Gore gewann nach CNN-Angaben mit 46 zu 44 Prozent. Jedoch hielten die meisten Zuschauer Bush für sympathischer.
In den ersten beiden Debatten wurden Gore und Bush vom Moderator Jim Lehrer befragt. Diesmal stellten Bürger, die teils zu Gore, teils zu Bush neigten und teils unentschlossen waren, die Fragen an die beiden Politiker, die dabei meistens standen oder auch mal auf die Fragesteller zugehen konnten.
Die Diskussion war vor allem von innenpolitischen Themen wie die Reform der Gesundheitsversorgung und des Erziehungssystems geprägt.
Gore verwies auf die Erfolge der demokratischen Regierung und erklärte, die Wähler müssten sich die Frage stellen, ob es ihnen heute besser gehe als vor acht Jahren. Wenn dies nicht so sei oder sie wieder eine Politik wollten, die vor allem Steuererleichterungen für Reiche vorsehe, dann sei Bush ihr Mann. Er warf dem texanischen Gouverneur erneut vor, dass der größte Teil seiner Steuerreform nur dem reichsten einem Prozent der Bevölkerung zu Gute komme.
Bush warf Gore vor, einen aufgeblähten Regierungsapparat aufbauen zu wollen und gigantische Summen aus dem Überschuss zu verschwenden, statt sie den Amerikanern in Form von Steuererleichterungen zurückzugeben. Er versprach, den Parteienstreit in Washington zu beenden. An einer Stelle erklärte der texanische Gouverneur, der Unterschied zwischen ihm und Gore sei, dass er Dinge erledigt bekomme.
Im außenpolitischen Teil der Debatte bekundete Bush seine Unterstützung für die Vermittlungspolitik von Präsident Bill Clinton im Nahen Osten. Die USA müssten Israel unterstützen, aber auch den gemäßigten arabischen Staaten die Hand ausstrecken.
Beide Politiker erhofften sich von der Diskussion einen Durchbruch in dem knappsten Rennen seit Jahrzehnten. Bush liegt nach Meinungsumfragen leicht vor US-Vizepräsident Gore in Führung.