Duell Bush gegen Kerry: Countdown in Miami - DER SPIEGEL
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Duell Bush gegen Kerry Countdown in Miami

In Kürze - um 3 Uhr MESZ - treffen Präsident Bush und sein Herausforderer Kerry in ihrem ersten Fernsehduell aufeinander. Was sich regeln lässt, ist in einem 32-seitigen Vertrag geregelt. Die erwarteten 50 Millionen Zuschauer hoffen trotz des engen Sendekorsetts auf viel Spannung.
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Coral Gables - George W. Bush und sein demokratischer Herausforderer John Kerry treffen auf dem Campus der Universität Miami im US-Bundesstaat Florida aufeinander. Das Podium ist in der Basketball-Halle der Universität aufgebaut, die beiden Kandidaten werden im Stehen von dem Fernsehjournalisten Jim Lehrer befragt.

Jeder Kandidat hat 90 Sekunden für seine Antwort und 30 Sekunden, um seinem Konkurrenten zu entgegnen. Insgesamt soll das Streitgespräch 90 Minuten dauern. Es wird landesweit im Fernsehen übertragen und dürfte mit bis zu 50 Millionen Zuschauer erfahrungsgemäß mehr Zuschauer erreichen als die folgenden Debatten.

Die insgesamt drei Fernsehdebatten zwischen den beiden Kandidaten könnten eine entscheidende Rolle spielen, weil sich Umfragen zufolge rund ein Viertel der Wähler davon beeinflussen lassen. Derzeit sehen die Meinungsforscher den Republikaner Bush vor John Kerry, dem Senator des US-Bundesstaates Massachusetts. Die Wahl findet in gut vier Wochen am 2. November statt.

Für Kerry könnte die Fernsehdebatte die letzte Möglichkeit sein, das Ruder herumzureißen und die Wähler von sich zu überzeugen. Viele Umfragen zeigen, dass die US-Bürger nach wie vor der Meinung sind, Bush sei in wichtigen Fragen wie dem Irak-Konflikt der bessere Staatsführer.

Der Krieg im Irak sowie der von den USA erklärte Kampf gegen den internationalen Terrorismus dürften denn auch die bestimmenden Themen des Abends sein. Sie dominieren den Wahlkampf bereits seit Monaten. Bush wirft Kerry vor, seine Meinung zum Irak-Krieg geändert zu haben und sein Fähnchen nach dem Wind zu hängen. Kerry kritisiert, Bush habe die US-Truppen ohne ausreichende internationale Unterstützung in den Irak einmarschieren lassen. Bush zeichnet die Zukunft des Irak trotz der anhaltenden Gewalt optimistisch. Kerry sagt, der Präsident habe keinen Plan für den Nachkriegsirak.

In den Bundesstaaten, in denen ein knapper Wahlausgang zu erwarten ist, zeichnete sich indes eine unterschiedliche Tendenz ab: In Florida konnte Bush einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage zufolge seine Führung vor Kerry auf neun Prozent ausbauen. 52 Prozent der hier befragten Wähler würden dem Meinungsforschungsinstitut Gallup zufolge für Bush stimmen und 43 für Kerry. Eine ähnliche Umfrage, die wenige Tage zuvor ausgeführt worden war, hatte für Bush 49 und für Kerry 46 Prozent erbracht.

In Ohio machte dagegen Kerry Boden auf Bush gut und verringerte seinen Abstand auf den Amtsinhaber auf zwei Prozentpunkte. Gallup zufolge sprachen sich 49 Prozent der rund 800 befragten Bürger, die wahrscheinlich zur Wahl gehen, für Bush und 47 Prozent für Kerry aus. Unter den bereits registrierten Wählern führte Kerry sogar mit drei Prozentpunkten vor Bush.