Ehefrau von US-Amokläufer Robert Bales verteidigt Mann in TV-Interview - DER SPIEGEL
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Amoktat in Afghanistan Ehefrau verteidigt US-Soldat Bales

"Es ist nicht das, wonach es aussieht": Die Ehefrau des Amokläufers Robert Bales bestreitet, dass ihr Mann das Massaker an 17 Zivilisten in dem Dorf Najib Yan begangen hat. In einem NBC-Interview sagte sie, dass der Familienvater zu einer solchen Tat niemals fähig sei.
US-Soldat Bales: "Er liebt Kinder und würde so etwas nicht tun."
US-Soldat Bales: "Er liebt Kinder und würde so etwas nicht tun."

US-Soldat Bales: "Er liebt Kinder und würde so etwas nicht tun."

Foto: AP/ DVIDS
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Washington - Jetzt spricht die Frau von Amokläufers Robert Bales. In einem Interview mit dem US-Sender NBC hat Karilyn Bales ihren Mann verteidigt, der angeklagt ist, vor rund zwei Wochen 17 Zivilisten in einem afghanischen Dorf getötet zu haben.

Die gegen den Soldaten erhobenen Anschuldigungen seien unglaublich, sagte Karilyn Bales. "Es ist nicht das, wonach es aussieht." Ihr Mann sei sehr mutig und tapfer. Den Streitkräften sei er nach den Anschlägen vom 11. September 2001 beigetreten, um "seine Familie, seine Freunde und sein Land zu schützen".

Dem 38-Jährigen wird vorgeworfen, bei seinem Amoklauf kaltblütig neun Kinder und acht Erwachsene getötet zu haben. "Er liebt Kinder und er würde so etwas nicht tun", erwiderte Karilyn Bales am Montag auf die Vorwürfe gegen ihren Mann. Zugleich sprach sie den Eltern der getöteten Kinder ihr Mitgefühl aus: "Ich kann mir nicht vorstellen, meine Kinder zu verlieren. Ich fühle mit jenen, die ihre Kinder verloren haben."

Marschbefehl nach Afghanistan war "Schock"

Der Soldat wurde wenige Tage nach seiner Festnahme aus Afghanistan ausgeflogen und ist derzeit im Militärgefängnis von Fort Leavenworth im US-Bundesstaat Kansas inhaftiert. Karilyn Bales hat seit seiner Festnahme zweimal mit ihrem Mann telefoniert. Der Soldat habe seine Frau kurz nach dem Massaker sowie vergangene Woche aus dem Militärgefängnis angerufen, sagte der Anwalt der Frau, Lance Rosen. Sie hätten über Familienangelegenheiten gesprochen und sich ihre gegenseitige Liebe bestätigt. Das Paar hat zwei Kinder.

Die Familie hat einen Fonds eingerichtet, um die Prozesskosten zahlen zu können. Nur wenige Tage vor dem Amoklauf hatte Karilyn Bales das Haus der Familie zum Verkauf ausgeschrieben. Neben finanziellen Problemen hatten die Bales unter anderem auch darunter gelitten, dass der Soldat trotz mehrerer Auszeichnungen im vergangenen Jahr eine erhoffte Beförderung nicht erhalten hatte, wie die Ehefrau in ihrem Blog berichtete.

Karilyn Bales bestritt, dass ihr Mann jemals unter Alpträumen oder anderen Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten habe. Vor seinem Einsatz in Afghanistan habe er mental fit gewirkt. Dennoch sei der Marschbefehl für einen erneuten Kriegseinsatz ein Schock für die Familie gewesen. "Es war nicht geplant, dass er erneut losgeschickt werden würde. Er wollte eigentlich keinen Augenblick mit seinen Kindern mehr verpassen."

Die US-Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass Bales das Massaker in zwei Etappen beging. Der Soldat habe sich nach den ersten Morden auf seinen Stützpunkt zurückgeschlichen. Erst später am Abend sei er erneut aufgebrochen, um in einem anderen Dorf weitere Menschen zu töten, teilten die Ermittler mit.

syd/dapd