Elend in Afghanistan Taliban erwarten weitere Hilfslieferungen der Uno
Islamabad - Eine Vermittlungsrolle der Vereinten Nationen haben sich die Taliban bislang nachdrücklichst verbeten. Hilfslieferungen erwarten die Herrschenden in Afghanistan jedoch weiterhin. "Wir fordern die Uno auf, den Menschen in Afghanistan zu helfen", sagte der Taliban-Botschafter in Pakistan, Mullah Abdul Salam Saeef, am Montag in Islamabad. Eine Uno-Sprecherin sagte, das werde durch Bedrohungen der Uno-Mitarbeiter und die Sicherheitslage im Land verhindert. Die Uno hatte nach den Anschlägen in den USA am 11. September ihr Personal aus Afghanistan abgezogen. Nach dem Beginn der US-Angriffe auf Afghanistan setzte die Uno ihre Hilfslieferungen teilweise aus. Das Uno-Kinderhilfswerk Unicef hofft, in etwa einer Woche mit seinen Hilfslieferungen von Usbekistan nach Nord-Afghanistan beginnen zu können.
Angesprochen auf die Taliban-Forderung nach Flüchtlingshilfe sagte eine Uno-Sprecherin, "wir bemühen uns darum". Die Uno werde jedoch keine ausländischen Mitarbeiter nach Afghanistan schicken, solange sich die Sicherheitslage dort nicht gebessert habe. Saeef hatte zuvor die Sicherheitsbedenken der Uno als grundlos zurückgewiesen. "Die einzigen Sicherheitsprobleme, denen sie (die Uno) sich gegenüber sehen würde, sind die Bombardements der USA und ihrer Verbündeten", sagte Saeef. Er warf der Uno vor, politische Fragen mit humanitären Fragen zu verbinden.
Unicef will nach eigenen Angaben noch vor Wintereinbruch die neuen Hilfslieferungen nach Afghanistan bringen. Eine Sprecherin sagte in Taschkent, in einer Woche oder möglicherweise zehn Tagen sollten die ersten Hilfslieferungen mit Frachtkähnen vom usbekischen Binnenhafen Termes über den Grenzfluss Amu Dajar nach Afghanistan gelangen. Usbekistan stelle damit zum ersten Mal seit 1998 den Hafen Termes für Hilfstransporte nach Afghanistan zur Verfügung. Wegen seiner großen Kapazitäten soll der Hafen den Einsatzkräften zufolge der Ausgangspunkt einer Hauptversorgungsroute für Afghanistan werden. Die Hilfslieferungen der Unicef enthielten protein-reiche Kekse, Behälter mit Wasser, Stiefel, Jacken und Decken.
Afghanistan leidet unter einer jahrelangen Dürre und jahrzehntelangem Bürgerkrieg. Die Angriffe der USA haben die Lage der Flüchtlinge verschärft. Der bevorstehende Wintereinbruch droht die Versorgungsrouten abzuschneiden. Unicef bringt bereits Hilfslieferungen aus anderen Nachbarstaaten Afghanistans ins Land, unter anderem aus Turkmenistan, Tadschikistan und Iran.