Elfenbeinküste: 31 Tote bei Unruhen - DER SPIEGEL
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Elfenbeinküste 31 Tote bei Unruhen

Die schwersten Ausschreitungen seit Ende des Bürgerkriegs vor 18 Monaten sollen in der Elfenbeinküste 31 Menschen das Leben gekostet haben. Nun droht der Friedensprozess in dem westafrikanischen Land zu scheitern.
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Abidjan - Rebellen und die größte Oppositionspartei kündigten am Donnerstag nach Ausschreitungen ihren Rückzug aus der Regierung der Nationalen Einheit an, die vor einem Jahr in einem Friedensabkommen vereinbart worden war.

Bei einem Protestmarsch gegen Präsident Laurent Gbagbo war es in der Wirtschaftsmetropole Abidjan zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten gekommen. Bei der gewaltsamen Auflösung des Protestmarschs kamen Oppositionsangaben zufolge 31 Menschen ums Leben.

Der Polizeichef von Abidjan bestätigte den Tod von mindestens 25 Menschen, darunter zwei Polizisten. Die beiden Beamten sowie zwölf Zivilisten seien von mit Buschmessern bewaffneten Demonstranten getötet worden, sagte Polizeichef Yapo Kouassi in einer Pressekonferenz. Andere seien von den Sicherheitskräften erschossen worden.

"Wir haben unsere Teilnahme an der Regierung ausgesetzt, um gegen die heutigen Todesfälle zu protestieren", erklärte Rebellensprecher Alain Lobognon. Die Rebellen waren erst im Dezember nach einem dreimonatigen Boykott in die Regierung zurückgekehrt. Ihre Truppen im Norden des Landes wurden "in Alarmbereitschaft" versetzt, wie Lobognon sagte. In den von den Rebellen kontrollierten Städten Bouake, Korhogo und Buna gingen tausende von Menschen auf die Straße, um gegen die Vorfälle in Abidjan zu protestieren, wie ein Sprecher der französischen Friedenstruppen mitteilte.

Es waren die schwersten Ausschreitungen seit der Beendigung des Aufstands gegen Gbagbo im September 2002. Das Land ist seit dem Eingreifen der französischen Truppen praktisch geteilt, 4000 französische Soldaten und eine 1400 Mann starke westafrikanische Friedenstruppe bilden einen Puffer zwischen den Rebellen im Norden und den Regierungstruppen im Süden. Die Demonstration am Donnerstag sollte Gbagbo unter Druck setzen, das im Januar 2003 geschlossene Friedensabkommen in vollem Umfang zu verwirklichen. Die Vereinten Nationen wollen Anfang April 6240 Soldaten in die Elfenbeinküste schicken.

Daniel Balint-Kurti, AP