Elfenbeinküste Neue Unruhen
Abidjan - Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki startete unterdessen eine Vermittlungsinitiative in dem Konflikt. Zuvor hatten rund 1.000 Regierungsanhänger den Wohnsitz des ivorischen Präsidenten Laurent Gbagbo belagert sowie ein nahe gelegenes Hotel, in das sich französische Staatsbürger vor den Ausschreitungen am Wochenende geflüchtet hatten. Französische Truppen sicherten dieses Gebäude. Zu dem jüngsten Zwischenfall äußerten sich die Streitkräfte der ehemaligen Kolonialmacht vorerst nicht. Mbeki flog nach Abidjan, um im Auftrag der Afrikanischen Union nach einer politischen Lösung zu suchen. Nach einem Gespräch mit Gbagbo zeigte sich Mbeki erleichtert. Gbagbo habe versprochen, die früheren Zusagen von Friedensabkommen umzusetzen. Die Afrikanische Union werde nunmehr über ihr weiteres Vorgehen beraten.
Unruhen forderten mindestens 20 Todesopfer
Die Waffenruhe in der Elfenbeinküste war am vergangenen Donnerstag mit Regierungsangriffen im Rebellengebiet zusammengebrochen. Frankreich hatte sich dann am Wochenende massiv in den Konflikt eingeschaltet und die kleine Luftwaffe der Elfenbeinküste zerstört, nachdem bei einem Luftangriff der Regierungseinheiten neun französische Soldaten und ein Amerikaner getötet worden waren. Bei den folgenden Unruhen kamen mindestens 20 Menschen ums Leben, 600 wurden verletzt.
Frankreich legt UN-Entwurf für Resolution vor
Die Vereinten Nationen äußerten sich besorgt über die Lage in dem westafrikanischen Land. Die Situation sei angespannt und unberechenbar, sagte UN-Sprecher Fred Eckhard. Frankreich legte dem Sicherheitsrat einen Entwurf für eine Resolution vor, in der ein Waffenembargo und weitere Sanktionen gegen die Elfenbeinküste vorgesehen sind. Dagegen zeichnete sich Widerstand von Seiten Chinas ab, wie aus diplomatischen Kreisen am UN-Sitz in New York verlautete. Wegen des Konflikts kam die Kakao-Produktion inzwischen zum Erliegen. Die beiden wichtigsten Häfen in Abidjan und San Pedro wurden geschlossen. Auch die Ernte musste unterbrochen werden, wie die Behörden mitteilten. Aus Angst vor neuen Unruhen würden die Kakao-Arbeiter ihre Wohnungen nicht verlassen, hieß es. Auf die Elfenbeinküste entfallen 40 Prozent des weltweiten Kakao-Handels. Spanien schickte am Dienstag ein Militärflugzeug in die Elfenbeinküste, um seine Staatsbürger aus dem Krisengebiet zu evakuieren. In dem Land leben nach Angaben des Madrider Außenministeriums rund 210 Spanier, die zumeist in religiösen Einrichtungen arbeiten.