Elfenbeinküste Wütende Menge attackierte deutschen Botschafter
Checkpoint in Abidjan: Pässe und Waffen konfisziert
Foto: ISSOUF SANOGO/ AFPHamburg - Die Gewalt im Bürgerkriegsland Elfenbeinküste kann jeden treffen - das musste kürzlich auch der deutsche Botschafter im Land feststellen: Stephan Keller war nach SPIEGEL-Informationen Ende März begleitet von Personenschützern des Bundeskriminalamts unterwegs zu einem privaten Mittagessen in einem Restaurant, als ihn eine Straßensperre der Polizei stoppte. Zehn bis zwölf Bewaffnete forderten den 65-Jährigen zum Aussteigen auf. Die Männer, dem Augenschein nach der maritimen Polizei zuzuordnen, verlangten die Herausgabe der Waffen und weiterer Ausrüstungsgegenstände des BKA-Kommandos und konfiszierten die Pässe der Deutschen.
Die Situation eskalierte, als Jugendliche aus den Slumvierteln dazustießen. Nachdem die einheimischen Polizisten die BKA-Beamten entwaffnet und zur Umkehr aufgefordert hatten, attackierte die aufgebrachte Menge die Deutschen mit Steinen. Während der gepanzerte Wagen des Botschafters weitgehend unbeschädigt blieb, wurde am zweiten Botschaftswagen, einem ungepanzerten Mercedes, die Heckscheibe zerstört; Keller und seine Personenschützer entkamen unverletzt.
Später brachten ivorische Polizisten die Ausrüstung der BKA-Leute in die Botschaft zurück und entschuldigten sich. In Absprache mit dem Auswärtigen Amt in Berlin beschränkt der Botschafter seine Fahrten seitdem "auf das strikt Notwendige", versicherte er den Kollegen in Berlin.