Entführungen im Irak Geschäftsmann zieht nach Todesdrohungen Firma ab
Bagdad - Rami al-Uweiss, Chef einer jordanischen Firma, die im Irak Geschäfte macht, befand sich in einer schwierigen Lage. Nicht genug damit, dass Extremisten im Irak zwei seiner Lkw-Fahrer entführt hatten, um die Firma, die US-Truppen im Irak mit Nachschub und Baugütern beliefert, zum Rückzug aus dem Land zu zwingen, auch er selbst erhielt eine Morddrohung.
Die Angehörigen der beiden am Montag Entführten drohten al-Uweiss damit, ihn zu enthaupten und noch dazu seine Angehörigen zu töten, sollte er seine Geschäfte im Nachbarland nicht - wie von den Entführern gefordert - sofort beenden.
"Wir schlagen ihm den Kopf ab, wenn er unsere Forderung nach völliger Einstellung seiner Geschäfte im Irak nicht befolgt", kündigte Salama Hassan, der Vater eines Verschleppten an.
Nun gab der Firmeninhaber den Forderungen der Entführer nach. Um die Freilassung seiner beiden Arbeiter zu erreichen, werde er sein Unternehmen aus dem Irak zurückziehen.
Die Taktik der Entführer, nun auch private Firmen zu erpressen, stößt in der arabischen Welt auch auf Ablehnung. Dass die Aktionen die Geschäfte arabischer Unternehmen beeinträchtigen, und dass sie inzwischen auch gegen islamische Glaubensbrüder gerichtet sind, geht vielen zu weit. Die ägyptische Zeitung "al-Ahram" kommentierte zur Entführung des inzwischen freigekommenen ägyptischen Diplomaten Mohammed Mamduh Helmi Kutb: "Damit ist deutlich geworden, wie bankrott die Entführer sind, wenn sie auf eine derartige Taktik zurückgreifen müssen."