Entrüstung im Kongress: Rumsfeld ließ Kondolenzbriefe vom Automaten unterschreiben - DER SPIEGEL
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Entrüstung im Kongress Rumsfeld ließ Kondolenzbriefe vom Automaten unterschreiben

US-Verteidigungsminister Rumsfeld wird für US-Präsident Bush zu einer immer größeren Belastung: Diesmal geht es um ausgeprägte Taktlosigkeit. Mitglieder des Kongresses kritisieren, dass Rumsfeld Beileidschreiben für die Angehörigen von über tausend getöteten US-Soldaten maschinell unterschreiben ließ.
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Washington - Für die Demokraten ist US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ohnehin unhaltbar. Doch jetzt wird auch unter seinen republikanischen Parteifreunden immer lauter die Frage gestellt, ob Präsident Bush seinen obersten Feldherren nicht besser entlassen sollte. Am Wochenende dominierte das Thema die Nachrichtensendungen im US-Fernsehen. Rumsfeld ist zuletzt vor allem wegen seiner Planung des Irak-Krieges unter Druck geraten. Zahlreiche Parteifreunde und frühere Militärs hatten zudem seinen Führungsstil kritisiert.

Die maschinell erstellen Kondolenzschreiben geben nun seinen Gegnern neue Argumente. Der republikanische Abgeordnete Chuck Hagel wies im Fernsehsender CBS darauf hin, dass selbst Präsident George W. Bush derartige Schreiben eigenhändig unterzeichne. "Wenn der Präsident der Vereinigten Staaten dafür die Zeit findet, warum dann nicht der Verteidigungsminister?", fragte Hagel.

Der Vater des gefallenen Soldaten Eric Smith, Ted Smith, hatte einem amerikanischen Reporter berichtet: "Der Brief des Oberbefehlshabers war mit einem dicken grünen Schriftzug unterzeichnet. Ich dachte gleich, dass das ein Stempel ist und glaube das bis heute. Er hat genügend Zeit für Golf und seine Ranch, aber nicht für eine Unterschrift mit einem Stift für seine geliebten heldenhaften Soldaten."

Rumsfeld hat inzwischen erklärt, dass er die Praxis ändern werde. Bislang sind in den Kriegen in Afghanistan und im Irak mehr als tausend Kondolenzschreiben an Hinterbliebene von US-Soldaten versandt worden. Er habe im Interesse eines raschen Kontakts zu trauernden Angehörigen nicht jeden Brief einzeln unterschrieben, werde dies künftig aber anders handhaben, hieß es in einer Erklärung Rumsfelds in der Armeezeitung "Stars & Stripes". Hinterbliebene hatten sich bei der Zeitung über die offensichtlich automatisch erzeugte Unterschrift beklagt.

Der demokratische Senator Jack Reed erklärte, Rumsfelds bisheriges Verhalten in der Angelegenheit lasse angemessenen Führungsstil vermissen. Allein im Irak kamen seit Beginn der Invasion im März 2003 mehr als 1300 US-Soldaten ums Leben.