Erdogan warnt Syrien vor weiterem Beschuss der Türkei - DER SPIEGEL
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Erdogan "Wir sind nicht weit von einem Krieg entfernt"

Deutliche Warnung aus Ankara: Der türkische Premier Erdogan hat Syrien nach dem Granatenbeschuss gedroht. Wer die Abwehrfähigkeit seines Landes teste, mache "einen tödlichen Fehler".
Premier Erdogan: Warnung vor "tödlichem Fehler"
Premier Erdogan: Warnung vor "tödlichem Fehler"

Premier Erdogan: Warnung vor "tödlichem Fehler"

Foto: ADEM ALTAN/ AFP
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Istanbul/Damaskus - Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat Syrien vor einem weiterem Beschuss seines Landes gewarnt. Wer die Abwehrfähigkeit der Türkei testen wolle, mache "einen tödlichen Fehler", sagte der Premier am Freitag bei einer Kundgebung in Istanbul nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters. Er versicherte: "Wir wollen keinen Krieg, aber wir sind nicht weit davon entfernt." Ihre jetzige Position habe die türkische Nation durch Kriege erreicht.

Eine syrische Granate war am Mittwoch in dem türkischen Grenzort Akcakale eingeschlagen und hatte fünf Frauen und Kinder getötet. Mindestens zehn weitere Menschen wurden laut türkischen Medienberichten verwundet. Zur Vergeltung beschoss die türkische Artillerie Ziele in Syrien. Ankara betonte aber später, das Land strebe keinen Krieg an.

Der türkische Fernsehsender NTV berichtete am Freitag, das syrische Regime habe seinen Truppen befohlen, ab sofort zehn Kilometer Abstand von der Grenze zur Türkei zu halten. Auf der Internetseite des Senders hieß es, diese Anordnung gelte sowohl für die Luftwaffe als auch für Artillerietruppen. Offiziell gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Der Uno-Sicherheitsrat verurteilte "in schärfsten Worten den Beschuss der türkischen Stadt Akcakale durch die syrischen Streitkräfte". Zuvor hatte das Gremium stundenlang um die Formulierung gerungen.

Während der Westen das Regime von Präsident Baschar al-Assad klar in der Verantwortung sieht, hatten die Russen dem Vernehmen nach jede Kritik an der syrischen Regierung verhindern wollen. Die Regierung in Moskau fürchtet, der Angriff auf das Nato-Mitglied Türkei könne den Anlass geben, gegen das Assad-Regime vorzugehen.

Der Sicherheitsrat forderte ein sofortiges Ende solcher Verletzungen des internationalen Rechts und rief die syrische Regierung auf, die Souveränität und territoriale Integrität der Nachbarn anzuerkennen. Die Zustimmung Russlands zu dem Satz, dass der Beschuss internationales Recht verletzte, gilt als Zugeständnis Moskaus.

Russland rief die Regierung in Ankara mit Nachdruck zur Zurückhaltung auf. "Wir hoffen sehr, dass die Türkei nicht mit einseitigen Schritten die Spannungen in der Region weiter anheizt", sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Freitag.

heb/Reuters/dpa