Ermittlungen: Hat auch Frankreich Beweise? - DER SPIEGEL
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Ermittlungen Hat auch Frankreich Beweise?

Frankreich hat nach eigenen Angaben ebenfalls Beweise gegen den mutmaßlichen Terrormäzen Osama Bin Laden, die sich mit den von den USA vorgelegten decken. Die Bundesanwaltschaft scheint dagegen noch ratlos.
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Paris - Auch Frankreich verfügt nach offiziellen Angaben über Informationen, dass die Organisation des mutmaßlichen Terroristenführers Osama Bin Laden hinter den Anschlägen vom 11. September steckt. Die von den USA vorgelegten Beweise gingen in die gleiche Richtung und überschnitten sich mit denen Frankreichs, sagte die Sprecherin von Staatspräsident Jacques Chirac, Catherine Colonna, am Mittwoch in Paris. Sie ließen keinerlei Zweifel über die Hintermänner.

Die Bundesanwaltschaft ließ am Mittwoch offen, ob sie die Inhaber von 214 verdächtigen gesperrten Bankkonten überprüfen wird. Ihr Sprecher Hartmut Schneider sagte: "Wir klären das Umfeld aller mutmaßlichen Beteiligten, dazu gehören auch die Geldströme."

Die Bundesanwaltschaft kündigte an, sie werde sich um die US-Beweisdokumente für die Schuld Osama Bin Ladens bemühen. Bislang hätten die deutschen Fahnder keine Verbindung Bin Ladens oder anderer Hintermänner zu den Hamburger Todespiloten gefunden. Nato-Generalsekretär George Robertson hatte erklärt, die USA hätten "klare und zwingende" Beweise präsentiert, nach denen die Attentäter zu dem weltweiten Terrornetzwerk al-Qaida gehörten.

Schneider betonte, nach derzeitigem Kenntnisstand stehe lediglich fest, dass die Verdächtigen aus Hamburg einen radikal-islamistischen Hintergrund hatten. Für eine Bewertung, ob der Massenmord hauptsächlich in Deutschland geplant und vorbereitet wurde, sei es noch zu früh.

Die Bundesanwaltschaft bestätigte, dass Anhänger der Kölner Islamistenorganisation "Kalifatsstaat" bereits in den Jahren 1996/97 Kontakte zu dem weltweit gesuchten mutmaßlichen Topterroristen Bin Laden hatten. Eine Delegation des selbsternannten Kalifen von Köln, Metin Kaplan, habe Bin Laden in einem afghanischen Camp "eine Art Repräsentationsbesuch" abgestattet. Über aktuelle Verbindungen gebe es keine Erkenntnisse. (SPIEGEL ONLINE berichtete.)

Beweise für Geldzahlungen an Terrorpiloten?

Wilde Spekulationen gibt es auch aus der Türkei: Die USA haben laut Presseberichten Beweise für direkte Geldzahlungen der Terrororganisation Osama Bin Ladens an die Todespiloten. US-Vertreter legten den Nato-Partnern Banküberweisungen vor, die Zahlungen von Konten Bin Ladens an 19 mutmaßliche Terroristen belegen, wie die türkische Zeitung "Hürriyet" berichtete.

Laut dem "Hürriyet"-Bericht wurden auch Telefongespräche zwischen elf der mutmaßlichen Attentäter und Angehörigen von Bin Ladens Organisation al-Qaida abgehört. Weitere Unterlagen belegen dem Bericht zufolge, dass al-Qaida die Flüge von zwei mutmaßlichen Terroristen bezahlte, die kurz vor den Anschlägen aus Madrid und Hamburg in die USA flogen. Auch der Flugunterricht der Terroristen in den USA sei von al-Qaida-Konten aus finanziert worden.