Eskalation in Ägypten - DER SPIEGEL
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Eskalation in Ägypten Unbekannte erschießen Polizisten

Die Gewalt in Ägypten hält an. Am Morgen starben sechs Angehörige von Polizei und Armee. Auch eine Satellitenstation war Ziel einer Attacke.
Mursi-Anhänger und Militär in Kairo: Allein am Sonntag starben mehr als 50 Menschen
Mursi-Anhänger und Militär in Kairo: Allein am Sonntag starben mehr als 50 Menschen

Mursi-Anhänger und Militär in Kairo: Allein am Sonntag starben mehr als 50 Menschen

Foto: Sabry Khaled/ AP/dpa
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Kairo - Die Lage in Ägypten bleibt angespannt. Am Montag töteten mutmaßliche Extremisten sechs Angehörige von Armee und Polizei. Bei einem Angriff auf eine Militärpatrouille in Ismailia seien fünf Soldaten erschossen worden, hieß es aus Sicherheitskreisen in Kairo. Den Angaben zufolge starb ein Polizist, als in der Stadt al-Tur eine Autobombe auf dem Gelände der Sicherheitsdirektion der Provinz Südsinai detonierte. Über die mutmaßlichen Täter ist nichts bekannt.

In einer Vorstadt von Kairo feuerten Attentäter Granaten auf eine staatliche Satellitenstation. Zwei Menschen seien bei dem Anschlag in Maadi verletzt worden, verlautete am Montag aus Sicherheitskreisen. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand.

Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli durch das Militär häufen sich die Anschläge von radikalen Muslimen. Bei Zusammenstößen von Islamisten, deren Gegnern und Sicherheitskräften starben allein am Sonntag mindestens 51 Menschen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Mehr als 240 Menschen wurden verletzt.

Anhänger des abgesetzten Präsidenten aus der islamistischen Muslimbruderschaft sowie Unterstützer der Armee, die Mursi im Sommer gestürzt hatte, hatten zu Kundgebungen aufgerufen. Anlass war der 40. Jahrestag des Jom-Kippur-Krieges mit Israel.

Stundenlange Straßenkämpfe

Mehrere Viertel in Kairo glichen Kampfzonen. Die Straßenkämpfe dauerten stundenlang an. Mursis Unterstützer warfen unter anderem Brandbomben auf Polizisten; diese antworteten mit Schüssen und Tränengas. In vielen Straßen lagen Trümmer.

In Kairo wurden allein 24 Menschen getötet, im nahen Gizeh 15 weitere. Auf dem zentralen Tahrir-Platz der Hauptstadt waren Tausende Unterstützer der Armee anlässlich der Feierlichkeiten zusammengekommen. Ursprünglich hatten Islamisten dort eine Großkundgebung geplant. Sicherheitskräfte stellten sich zwischen die politischen Lager.

Rund um den Platz lieferten sich Anhänger der Muslimbrüder und Sicherheitskräfte anschließend stundenlang Kämpfe. Die Polizei nahm nach Angaben staatlicher Medien mehr als 400 Anhänger der Muslimbrüder fest. Das Innenministerium warf ihnen unter anderem Randale vor. Die Muslimbruderschaft forderte auf ihrer Internetseite eine internationale Untersuchung der Vorfälle.

Das Militär hatte Mursi am 3. Juli nach Massenprotesten abgesetzt. Hunderte Muslimbrüder wurden inhaftiert. Die Islamistenorganisation ist inzwischen verboten.

ler/dpa/AP/Reuters