Eskalation in Nahost "Strategie des Terrors"
Ramallah - Arafats Autonomiebehörde habe die Strategie des Terrors gewählt, und jetzt sehe man das Ergebnis, sagte Scharon am Mittwoch. Die von den Palästinensern gemeldete Festnahme eines mutmaßlichen Drahtziehers beim Mord an Tourismusministers Rehawaam Seewi kommentierte Scharon mit den Worten: "Es hat noch nie eine echte Verhaftung durch die palästinensischen Autonomiebehörde gegeben."
Dagegen teilte die Autonomiebehörde mit, dass der Führer der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP), Ahmed Saadat, am Dienstagabend in Ramallah festgenommen worden sei. Die PFLP bestätigte die Aussage. Saadat sei bei einem Treffen mit dem palästinensischen Geheimdienstchef Taufik Tirawi "völlig überraschend" verhaftet worden, sagte der stellvertretende PFLP-Chef Abdel Rahim Malluh. "So weit wir es wissen, hat die Festnahme Saadats stattgefunden," erklärte auch der israelische Militärchef im Westjordanland, Brigadegeneral Gerschon Jizchak. Die Festnahme war eine der Bedingungen für die Aufhebung der Blockade von Ramallah im Westjordanland, wo der palästinensische Präsident Jassir Arafat seit rund einem Monat festsitzt.
Scharon sagte angesichts der jüngsten Morde, es zeige sich, dass Arafat nichts gegen Terroristen unternehme. Deshalb müsse Israel selbst für die Sicherheit seiner Bürger sorgen. Die Angriffe auf Israelis waren nach Ausrufung einer Waffenruhe durch Arafat am 16. Dezember deutlich zurückgegangen. In den vergangene Tage eskalierte die Lage aber wieder, besonders nachdem der Führer der radikalen Al-Aksa-Brigade, Raid Karmi, am Montag bei der Explosion eines Sprengsatzes ums Leben gekommen war. Die palästinensische Organisation macht Israel für Karmis Tod verantwortlich und kündigte Vergeltungsaktionen an.
Seit vergangenem Mittwoch wurden acht Israelis bei palästinensischen Angriffen getötet. Am Mittwoch wurde ein Palästinenser mit israelischem Pass im Westjordanland erschossen in seinem Fahrzeug gefunden. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann getötet wurde, weil er in einem Auto mit israelischem Kennzeichen fuhr und von den Heckenschützen für einen Juden gehalten wurde.