EU Neue Dienstmädchen-Affäre
Brüssel - Die Beschäftigung eines asiatischen Hausmädchens bringt sowohl die Luxemburger EU-Komissarin Viviane Reding als auch ihren christsozialen Parteifreund, Luxemburgs Arbeitsminister François Biltgen, in politische Bedrängnis. Die Homestory aus dem kleinen Großherzogtum könnte sich zu britischen Dimensionen ausweiten. Dort musste jüngst der populäre, von Geburt an blinde Innenminister Phil Blunkett den Stuhl räumen, weil er dem philippinischen Kindermädchen seiner Geliebten auf dem kurzen Dienstweg ein Visum verschafft hatte.
Ähnliches passierte in Luxemburg, wenn auch ohne den anglo-amourösen Hintergrund. Das zuständige Arbeitsamt verwarf den Antrag von Redings Ehemann, dem griechischen Kaufmann Dimitros Zois, auf die Einreise- und Arbeitserlaubnis für eine Haushaltshilfe aus der Dritten Welt. Es gebe in Europa schließlich genügend arbeitslose Bewerber für einen solchen Job, lautete die Begründung.
Da schritt Redings langjähriger Parteifreund, Arbeitsminister Biltgen, ein und erlaubte das zuvor Verbotene. Die Beschäftigung entspreche "in allen Punkten den geltenden Rechtsvorschriften", erklärte Viviane Reding dem SPIEGEL. Außerdem habe sie "zu keinem Zeitpunkt in dem besagten Genehmigungsverfahren interveniert". Das habe alles ihr Ehemann ganz allein bewerkstelligt.