Explosion in Afghanistan: Selbstmordanschlag auf Restaurant - DER SPIEGEL
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Afghanistan Mehrere Tote bei Selbstmordanschlag auf Restaurant

Eine Explosion hat Afghanistans Hauptstadt erschüttert. Bei einem Selbstmordanschlag wurde ein beliebtes Restaurant in Kabul angegriffen. Die Polizei spricht von bis zu 16 Toten, darunter zahlreiche Ausländer.
Afghanische Polizei in Kabul: Viele Tote bei Anschlag auf Restaurant
Afghanische Polizei in Kabul: Viele Tote bei Anschlag auf Restaurant

Afghanische Polizei in Kabul: Viele Tote bei Anschlag auf Restaurant

Foto: S. Sabawoon/ dpa
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Kabul - Die Taliban haben in der afghanischen Hauptstadt einen Anschlag auf ein beliebtes Restaurant verübt. Nach ersten Angaben richtete sich der Angriff gegen das libanesische Lokal Taverna du Liban im Zentrum Kabuls, das zumeist von Ausländern besucht wird.

Bei dem Angriff seien mindestens 16 Menschen getötet worden, darunter 13 Ausländer, sagte der Polizeichef von Kabul, Mohammad Zahir. Unter den Opfern sind nach Angaben des Innenministeriums auch vier Frauen. Ein Uno-Beamter sagte, vier Mitarbeiter der Vereinten Nationen würden vermisst. Auch der Internationale Währungsfonds ist betroffen. Nach IWF-Angaben kam ein 60 Jahre alter Mitarbeiter libanesischer Herkunft ums Leben. Seit Juni 2008 war er Vertreter in Afghanistan.

Drei Taliban-Kämpfer, die das Restaurant angriffen, starben ebenfalls. Nach Angaben des Innenministeriums sprengte sich zunächst ein Selbstmordattentäter in der Nähe des Lokals in die Luft. Dann seien für rund zwanzig Minuten Schüsse zu hören gewesen. Offenbar betraten zwei weitere Extremisten das Restaurant durch die Küche und eröffneten das Feuer auf die Gäste. Sicherheitskräfte hätten sie später getötet, sagte ein Beamter der Nachrichtenagentur AP. Die Taverna du Liban liegt im Stadtteil Wasir Akbar Khan, in dem zahlreiche Botschaften angesiedelt sind.

Die Taliban bekannten sich auf Twitter zu dem Anschlag. Sie meldeten nur Minuten nach der Tat, dass sich die Attacke gegen deutsche Diplomaten gerichtet habe, mehrere deutsche Staatsbürger seien getötet worden. Die Extremisten übertreiben in ihren Propagandameldungen immer wieder mit der Wirkung ihrer Anschläge und versuchen, durch Berichte über getötete Ausländer Aufmerksamkeit zu erzielen.

Bisher gibt es für die Meldung keinerlei Bestätigung, der Krisenstab im Auswärtigen Amt in Berlin und die Deutsche Botschaft in Kabul hatten bis zum späten Freitagabend keinerlei Hinweise darauf, dass es deutsche Opfer gab.

Dass sich deutsche Diplomaten in dem Restaurant aufhielten, ist so gut wie ausgeschlossen, da für die Mitarbeiter der Botschaft strenge Sicherheitsauflagen gelten.

Bereits am Sonntag kamen bei einem Anschlag der Attentäter und zwei Polizisten ums Leben. Insgesamt wurden 20 Menschen verletzt. Der Angreifer hatte sich laut Angaben der Polizei auf einem Fahrrad neben einem Polizeibus in die Luft gesprengt. Unter den Verletzten befanden sich drei Kinder und drei Frauen. Auch zu diesem Anschlag hatten sich die Taliban bekannt.

mgb/fab/vek/dpa/AP