Fall Mladic EU warnt Serbien vor Verzögerungen
Brüssel - "Es liegt nun in der Hand der serbischen Führung, eine europäische Zukunft statt einer nationalistischen Vergangenheit zu wählen", sagte EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn. Die Regierung in Belgrad müsse endlich mit dem Uno-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag kooperieren, sonst komme es zu Störungen der Verhandlungen über ein Stabilisierungs- und Assoziationsabkommen.
Die Zusammenarbeit mit Serbien-Montenegro habe sich leider verschlechtert, sagte Rehn. Lediglich in den vergangenen Wochen habe es eine leichte Verbesserung gegeben. Der politische Wille zur vollen Zusammenarbeit mit Den Haag müsse jedoch in konkreten Taten zum Ausdruck kommen.
Zu den widersprüchlichen Meldungen über eine Verhaftung Mladics sagte Rehn, seiner Kenntnis nach gebe es weder auf Seiten des Uno-Tribunals noch seitens der Eufor-Truppen eine Bestätigung für die Festnahme. Rehn wird am kommenden Montag den EU-Außenministern über seine jüngste Reise nach Belgrad berichten.
Mladic sowie der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadzic waren 1995 nach der Anklageerhebung durch das Haager Kriegsverbrechertribunal untergetaucht. Beiden werden Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Mladic soll sich unter anderem für den Befehl zum Massaker von Srebrenica verantworten, bei dem fast 8000 Muslime getötet wurden. Von Karadzic wird vermutet, dass er sich im serbischen Teil Bosniens versteckt hält.
als/afp