Fall Sgrena Sechs Einschusslöcher im Auto
Rom - Der Toyota Corolla wurde heute mit einer italienischen Frachtmaschine nach Rom gebracht. In den nächsten Tagen hofften die Ermittler Gewissheit darüber zu haben, aus welcher Entfernung, aus welchem Winkel und aus wie vielen Waffen auf das Auto geschossen wurde. Die Polizei habe bei einer ersten Inspektion mindestens sechs Einschusslöcher an dem Wagen festgestellt, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.
Bei dem Beschuss war der italienische Geheimdienstmitarbeiter Nicola Calipari getötet worden, als er versuchte, Sgrena mit seinem Körper zu schützen. Die Reporterin der linksgerichteten Zeitung "Il Manifesto" war gerade aus einmonatiger Geiselhaft freigelassen worden, als US-Soldaten an einem Kontrollpunkt das Feuer auf den Wagen eröffneten.
Anfang der Woche hatte eine US-Kommission festgestellt, dass den amerikanischen Soldaten kein Fehlverhalten vorzuwerfen sei. Diese Darstellung wurde in Italien heftig kritisiert. Sgrena sprach von einer "Ohrfeige für Italien". Ministerpräsident Silvio Berlusconi bestellte gestern den US-Botschafter in Rom, Mel Sembler, gleich zwei Mal ein, um sich über die Untersuchung informieren zu lassen. Am Abend berichteten Berlusconi und US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, dass sich Italien und die USA noch nicht auf einen gemeinsamen Bericht geeinigt hätten.