Falludscha: Amerikaner mit Großoffensive zufrieden - DER SPIEGEL
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Falludscha Amerikaner mit Großoffensive zufrieden

Der Sturm auf die Rebellenhochburg Falludscha lief nach Angaben von US-Generalstabschef Richard Myers "sehr erfolgreich". Die vorläufige Bilanz: Eine entvölkerte Stadt und rund 600 getötete Aufständische. 18 amerikanische und fünf irakische Soldaten kamen ums Leben.
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Falludscha/Bagdad - Myers dämpfte jedoch Erwartungen, dass die Eroberung von Falludscha das Ende für den Aufstand im Irak bedeute. "Das war nie unser Ziel, nie unsere Absicht und auch nie unsere Hoffnung", sagte Myers. Offenbar zur Entlastung für die Kämpfer in Falludscha starteten Aufständische in Mossul und Bagdad eine ganze Serie von Angriffen.

Bei der Offensive der US-Truppen gegen Falludscha wurden bislang 18 amerikanische und fünf irakische Soldaten getötet, wie der Kommandeur der 1. Division der Marineinfanterie, Generalmajor Richard Natonski, mitteilte. 178 amerikanische und 34 irakische Soldaten wurden nach Angaben der Streitkräfteführung verwundet. Für die Reservisten von Heer und Marineinfanteristen waren die Kämpfe um Falludscha die bislang verlustreichsten seit Beginn des Irak-Kriegs 2003. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP wurden allein am Montag neun Reservisten getötet. Während des Sturms auf Falludscha hatten Koalitionstruppen die Entdeckung von Geiselhaftquartieren gemeldet, in denen Entführte geköpft worden sein sollen.

US-Offiziere in der Nähe von Falludscha schätzten die Zahl der getöteten Rebellen auf rund 600. Angaben zu zivilen Opfern lagen nicht vor. Die meisten der 200.000 bis 300.000 Einwohner sollen noch vor der Offensive aus der Stadt geflohen seien. Das gilt aber auch für die Rebellen, von denen sich vor Beginn des Angriffs am Montag 1200 bis 3000 in der Stadt aufgehalten haben sollen.

Die US-Truppen begannen heute bei Sonnenuntergang mit dem Angriff auf den südlichen Teil von Falludscha, den einzigen, der bislang noch von den Aufständischen gehalten wurde. Die US-Streitkräfte hatten die Stadt seit Montag vom Norden her angegriffen und die Aufständischen im südlichen Teil eingeschlossen. Einige von ihnen versuchten offenbar, in südöstlicher Richtung den Belagerungsring der rund 15.000 US- und irakischen Soldaten zu durchbrechen.

Die Gefechte waren wohl erbitterter, als von den US-Truppen bislang bekannt gegeben. Ein Hinweis darauf ist die hohe Zahl der verletzten US-Soldaten. Allein heute wurden mehr als hundert Soldaten in das US-Militärkrankenhaus nach Landstuhl ausgeflogen, 64 waren es am Vortag. Nach Landstuhl werden nur besonders schwer verletzte US-Soldaten geflogen.

In der irakischen Hauptstadt Bagdad riss am heute eine Autobombe nach Polizeiangaben mindestens 17 Menschen in den Tod. Der Anschlag habe nur knapp einen US-Konvoi verfehlt, sagte ein Polizeisprecher. Die Detonation hinterließ einen gewaltigen Krater, mindestens zwölf Fahrzeuge gingen in Flammen auf. Es war der zweite Anschlag in Bagdad innerhalb von zwei Tagen.

Angespannt war die Lage auch in der nordirakischen Stadt Mossul, die im hauptsächlich von den Kurden bewohnten Teil des Landes liegt. Dort wurden mehrere Polizeiwachen von Aufständischen angegriffen. Es waren Explosionen und Gewehrfeuer zu hören. Die Gefechte zogen sich über Stunden hin. Einwohner berichteten, Bewaffnete seien auf den Straßen, sie kontrollierten einige Stadtteile. Eine US-Militärsprecherin widersprach dem. Sie räumte aber ein, dass es einige Zeit dauern werde, bis die irakischen und amerikanischen Streitkräfte wieder die Kontrolle übernommen hätten. Die irakische Regierung wollte Verstärkung in die Stadt schicken.

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