Falludscha US-Truppen finden Bigleys Todeshaus
Falludscha - Irakische Informanten hatten die amerikanischen Soldaten zu zwei Häusern in der Rebellen-Hochburg geführt. Einer von ihnen habe angegeben, so die Amerikaner, dass er selbst in einem der beiden Häuser als Geisel festgehalten worden sei. Und dabei hätte er in den zu seinem angrenzenden Räumen die Stimmen von mindestens noch drei weiteren Geiseln gehört - darunter, so glaubt er, auch die von Kenneth Bigley, den britischen Ingenieur, der am 16. September verschleppt und am 6. Oktober enthauptet worden war.
In jenem Haus fanden die Truppen unter anderem ein schwarzes Banner mit der Aufschrift "Ein Gott und Dschihad" sowie einer gelben Sonne. Ein solches war auch bei den grausamen Enthauptungsvideos der Gruppe selben Namens - es ist der frühere Name des Terrornetzwerks Ansar-e Islam des Jordaniers Abu Mussab al-Sarkawi - im Hintergrund zu sehen. Darüber hinaus sind weitere Gegenstände gefunden worden, die in den Aufnahmen auftauchten, in denen Bigley um sein Leben flehte.
In der anderen Unterkunft stand unter anderem ein Eisenkäfig, der gerade groß genug sei, einen Menschen darin unterzubringen, so die "New York Times". Zudem sei dort eine Wand, die voll von arabischen Schriftzeichen, wahrscheinlich mit menschlichem Blut geschrieben, sei. Ein Armee-Übersetzer fand Worte wie "Hoffnung", "gefangen" und "Plan", allerdings in keiner logischen Reihenfolge.
Was genau in diesen Häusern passiert ist, wird zurzeit untersucht. In den nächsten Tagen soll es DNS-Tests geben. Zudem werden die gefundenen Gegenstände analysiert und das Gesamtbild mit dem in den Videos verglichen. Erst danach könne man sagen, ob dies die letzten Räume gewesen sind, die ausländische oder auch irakische Geiseln gesehen hätten, hieß es gegenüber Journalisten, denen die Häuser gezeigt wurden.
Zum Mord an Kenneth Bigley bekannte sich im vergangenen Monat die Terrororganisation Sarkawis, den die USA immer in Falludscha vermutet hatten. In der vergangenen Woche hatten Soldaten in einem Haus Briefe gefunden, bei denen sie davon ausgehen, dass es sich um Schriftverkehr zwischen Sarkawi und seinem Stab handelt. Daneben lagen Waffen, Computer sowie Material, aus dem man Bomben bauen kann, und Medikamente.
In der Nähe des Hauses mit dem Käfig wurde außerdem ein kleines Labor zum Bauen von chemischen Waffen entdeckt. Natriumcyanid, Kaliumcyanid, Schwefelsäure, Salzsäure und andere Chemikalien wurden gefunden, mit weiterführenden Hinweisen, dass versucht wurde, daraus Bomben zu bauen.
Eins der vorrangigen amerikanischen Ziele bei der Offensive in Falludscha ist, das Terrornetzwerk von Extremistenführer Abu Mussab al-Sarkawi zu zerstören.