Fatah: Abbas geht im Streit - DER SPIEGEL
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Fatah Abbas geht im Streit

Nach einem handfesten Streit über die Politik gegenüber Israel hat der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas seinen Posten im Zentralkomitee der Fatah aufgegeben. Sogar mit seinem Rücktritt als Regierungschef soll er gedroht haben.
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Ramallah - Den Rücktritt Abbas' berichtete heute ein Gewährsmann aus palästinensischen Kreisen. Die im vergangenen Monat einseitig ausgerufene Waffenruhe ist in der größten palästinensischen Organisation äußerst umstritten. In der Fatah gebe es Widerstand gegen Abbas' Verhandlungsstrategie mit Israel, hieß es aus Kreisen der Organisation. Seine Kritiker hätten Abbas bei einem lautstarken Streit zum Rücktritt aufgefordert.

Daraufhin habe Abbas zwei Briefe an Arafat geschrieben. In einem habe er seinen Rückzug aus dem Zentralkomitee mitgeteilt. In einem zweiten habe Abbas Arafat und die Fatah aufgefordert, ihm Anweisungen zu erteilen, wie er seine Politik und seine Verhandlungen mit Israel gestalten solle. "Wenn er ihre Vorstellungen ablehnt, wird er als Ministerpräsident zurücktreten", sagte ein ranghohes palästinensisches Fatah-Mitglied.

Ein anderer ranghoher Fatah-Vertreter sagte aber, vermutlich handele es sich bei diesem Rücktritt nur um den Versuch Abbas', die Fatah-Mitglieder, die gegen seinen Kurs seien, zur Zustimmung zu zwingen. Er sei zuversichtlich, dass Abbas wieder in die Fatah-Führung zurückkehre. Solche Gefühlsausbrüche seien üblich in der Organisation. "Sie spielen verrückt, dann küssen sie sich und vertragen sie wieder", sagte der Gewährsmann. "Das wird in der Fatah das Gesetz der Liebe genannt. Er kommt wieder zurück."

Abbas ist Arafats Stellvertreter in der Fatah. Arafat hatte ihn nur widerwillig und auf starken internationalen Druck hin im April zum Ministerpräsidenten ernannt. Seitdem versuchte Arafat immer wieder, Einfluss auf die Verhandlungen mit Israel zu nehmen.

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