Fethullah Gülen: Bewaffneter soll bei Prediger eingebrochen sein - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Fethullah Gülen Bewaffneter soll bei Prediger eingebrochen sein

Er zählt zu den einflussreichsten Gegnern des türkischen Präsidenten Erdogan - und lebt im amerikanischen Exil: Jetzt ist wohl ein Eindringling in das Haus des Predigers Fethullah Gülen vorgedrungen.
Fethullah Gülen in Saylorsburg, Pennsylvania (2016)
Fethullah Gülen in Saylorsburg, Pennsylvania (2016)

Fethullah Gülen in Saylorsburg, Pennsylvania (2016)

Foto: Matt Smith / dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein Unbekannter soll am Mittwoch in den US-Wohnsitz des islamischen Predigers Fethullah Gülen eingedrungen sein. Der Gülen nahestehende Verband Alliance for Shared Values berichtete, ein Wachmann habe am Morgen einen Warnschuss in die Luft abgegeben und einen Einbrecher damit aus dem Anwesen in Saylorsburg im US-Bundesstaat Pennsylvania vertrieben. Der Eindringling sei mutmaßlich bewaffnet gewesen. Nach ihm werde gesucht. Verletzte gebe es keine.

Reporter lokaler Rundfunksender zeigten auf Twitter Bilder von mehreren Streifenwagen am Gelände. Polizeiangaben zum Hintergrund des Einsatzes gab es zunächst nicht. Jedoch zitierte ein Sender einen Polizeibeamten, wonach es Ermittlungen wegen eines "Zwischenfalls" gebe.

Nachbarn des Grundstücks seien nach eigenen Worten von der Polizei dazu aufgefordert worden, in ihren Häusern zu bleiben, twitterte eine Journalistin des Senders BRC News13.

Die türkische Führung macht die Bewegung um den in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte vorige Woche bei seinem Deutschlandbesuch erneut einen entschlosseneren Kampf gegen die Gülen-Bewegung gefordert.

Seit dem Putschversuch wurden in der Türkei mehr als 77.000 mutmaßliche Gülen-Anhänger festgenommen, darunter neben Soldaten auch Lehrer und Richter. 140.000 weitere wurden aus dem Staatsdienst entlassen oder suspendiert. Der seit dem Putschversuch geltende Ausnahmezustand wurde nach zwei Jahren im Juli 2018 aufgehoben.

otr/dpa

Mehr lesen über