Florida: Gore hofft auf Richterin Clark - DER SPIEGEL
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Florida Gore hofft auf Richterin Clark

Heute kann Demokrat Al Gore seinen Rivalen George W. Bush im Kampf um die US-Präsidentschaft überholen. Denn eine Richterin in Florida entscheidet darüber, ob 15.000 Briefwahlstimmen ungültig sind.
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Tallahassee - Richterin Nikki Clark vom Bezirksgericht für Seminole County muss sich mit der Klage eines Wählers aus dem Bezirk gegen die Zählung der Briefstimmen beschäftigen. Mitarbeiter der Republikaner sollen Briefwahlanträge widerrechtlich verändert haben. Am Dienstag hatte Clark einen Antrag von Bush abgelehnt, den Fall gar nicht erst zur Verhandlung zuzulassen.

Die Republikaner argumentierten, es handele sich um eine "übertrieben technische Frage", die mit dem Ergebnis der Wahl nichts zu tun habe. Das Verfahren sei viel Lärm um nichts, sagte Bushs Anwalt Georg Terwilliger. Gore, der in anderen Verfahren mit der Losung "jede Stimme zählt" angetreten ist, hat sich der Klage auf Nichtzulassung der Briefwahlstimmen nicht angeschlossen.

Das Verfahren ist nur eines in einer Reihe ähnlicher Prozesse, in denen gegen die Berücksichtigung von Briefwahlstimmen geklagt wird. Weil die meisten Briefwähler für Bush gestimmt haben, könnten diese Klagen das Wahlergebnis verändern und Bush seinen knappen Vorsprung von 537 Stimmen nehmen. Allein die Klage von Seminole könnte Gores Rückstand in einen Vorsprung von knapp 4300 Stimmen umwandeln.

Gore und Bush streiten parallel dazu in mehreren anderen Verfahren vor dem Obersten Gericht Floridas um die Handzählung von Stimmen, die zuvor maschinell nicht gewertet wurden. Gore erhofft sich davon, seinen Rückstand aufzuholen. Doch die Zeit läuft ihm davon: Am 12. Dezember sollen die Wahlmänner feststehen, um sechs Tage später den nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten zu wählen.