Flüchtlinge: Bewaffnete überfallen Schlauchboot vor Libyen - DER SPIEGEL
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Libysche Küste Bewaffnete überfallen Flüchtlinge auf dem Meer

Überfallen und dann ihrem Schicksal überlassen: Bewaffnete Männer haben mehr als hundert Flüchtlinge auf dem Mittelmeer ausgeraubt. Sie stahlen auch den Motor des Schlauchboots.
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Bewaffnete Männer haben vor der Küste Libyens ein Flüchtlingsboot überfallen. Wie die libysche Marine laut Nachrichtenagentur AFP am Samstag mitteilte, jagten die Räuber im Speedboot dem Schlauchboot hinterher, zwangen die 129 Menschen an Bord, ihren gesamten Besitz auszuhändigen, montierten den Außenmotor des Schlauchboots ab und überließen die Flüchtlinge ihrem Schicksal.

Erst nach Stunden wurden sie von der libyschen Küstenwache geortet und gerettet. Die Bootsinsassen stammten alle aus Afrika, sagte Marinesprecher Ajub Kassem. Unter ihnen waren 27 Frauen und zwei Kinder.

Die Meldung ist nur ein Beispiel dafür, was Menschen auf ihrer Flucht nach Europa widerfährt. Etwa 200.000 Menschen aus Afrika erreichen jedes Jahr die italienische Küste. Rund 700.000 Flüchtlinge aus Nigeria, Niger, Somalia, Sudan, Äthiopien werden hingegen in Libyen in gefängnisähnlichen Zentren eingesperrt. Sie berichten von Vergewaltigung, Unterernährung und mangelhafter medizinischer Vesorgung.

Hinzu kommt, dass die Durchquerung der Wüste und die Überfahrt nach Europa lebensgefährlich sind. Mindestens 666 Menschen starben seit Jahresbeginn bei dem Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, oder sie werden seitdem vermisst.

Allein am Samstag wurden rund 3000 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. Die Menschen seien bei mehr als 20 Einsätzen in Sicherheit gebracht worden, teilte die italienische Küstenwache am Abend mit. Bereits am Freitag waren rund 3000 Flüchtlinge in verschiedenen Aktionen gerettet worden. Hilfsorganisationen berichteten von mindestens sechs Toten.

lov/AFP/dpa