Mittelmeer 1500 Flüchtlinge aus Seenot gerettet
Vor der Küste Libyens sind mehr als 1500 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet worden. Wie die italienische Küstenwache mitteilte, wurden am Montag Menschen von insgesamt 16 Booten geborgen. An den Einsätzen waren auch die italienische Marine, Schiffe der EU-Mission "Sophia" und Hilfsorganisationen beteiligt.
Damit wurden binnen fünf Tagen rund 8300 Migranten aus dem Mittelmeer gerettet, die illegal nach Europa gelangen wollten.
Seit Jahresbeginn seien rund 94.000 Flüchtlinge nach Italien gelangt, etwa so viel wie im Vorjahreszeitraum, erklärte ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Italien.
Seit Januar kamen nach Schätzungen der IOM mehr als 3000 Flüchtlinge auf dem gefährlichen Weg über das Mittelmeer ums Leben. Das seien 50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Strecke gilt als die gefährlichste Fluchtroute der Welt.
Die Zahl der Flüchtlinge, die über die griechischen Inseln nach Europa einzureisen versuchen, ist nach dem im März geschlossenen Abkommen zwischen der EU und der Türkei deutlich gesunken. Diese Route nutzen nun täglich noch Dutzende Menschen, während es vor einem Jahr noch Tausende waren. Ankara nimmt auf Basis des Abkommens seit April Flüchtlinge von den griechischen Inseln zurück.
Die Europäer hatten die Mission "Sophia" im vergangenen Jahr gestartet, um in der Flüchtlingskrise gegen Schleuser vorzugehen. Die EU-Schiffe dürfen dabei auf hoher See verdächtige Boote stoppen, durchsuchen und beschlagnahmen. Derzeit sind rund 200 deutsche Soldaten an dem Einsatz beteiligt.