Frankreich Angriff auf jüdische Fußballmanschaft
Paris - Die antisemitischen Übergriffe in Frankreich dauern an. Sportministerin Marie-George Buffet verurteilte am Donnerstag den Überfall mehrerer Maskierter auf die Fußballmannschaft des jüdischen Sportclubs Maccabi Bondy in einer Pariser Vorstadt. Der 16 Jahre alte Torwart wurde bei dem Vorfall am Mittwochabend geschlagen und verletzt, wie die Polizei mitteilte.
Unbekannte verwüsteten im elsässischen Sainte-Marie-aux-Mines eine Synagoge, wie die Gendarmerie berichtete. Ein Gemeindemitglied entdeckte am Mittwoch, dass Tür und Fenster der selten genutzten Synagoge aufgebrochen waren. Die Täter schändeten den Thoraschrein und warfen die Schriftrollen auf den Boden. Die Behörden schlossen einen Zusammenhang mit der Situation im Nahen Osten nicht aus.
Die Anschlagswelle in Frankreich begann während der Osterfeiertage. Staatspräsident Jacques Chirac verurteilte die antisemitischen Übergriffe ebenso wie die Ausschreitungen nach einer pro-israelischen Demonstration am Sonntagabend in Paris. Frankreich sei kein "Nebeneinander von Gemeinschaften", sondern eine laizistische Republik, erklärte der konservative Politiker am Donnerstag im Radio Beur-FM. Ein Konflikt im Ausland dürfe nicht dazu führen, dass sich Franzosen gegen Franzosen stellten.