Frankreich: Massendemo gegen Arbeitsmarktreform - DER SPIEGEL
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Frankreich Massendemo gegen Arbeitsmarktreform

In Frankreich sind heute eine halbe Million Menschen gegen die Arbeitsmarktpolitik der Regierung auf die Straße gegangen. Ministerpräsident de Villepin will den Kündigungsschutz für junge Leute lockern.
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Paris - Zum zweiten Mal binnen vier Wochen sind die Menschen in Frankreich gegen die Abschaffung des Kündigungsschutzes für Berufseinsteiger auf die Straße gegangen. Landesweit gab es heute 160 Kundgebungen gegen die Neuregelung für erste Arbeitsverträge. Kundgebungen gab es in Nantes, Grenoble und Rennes. In Paris, wo die Gewerkschaft CGT 200.000 Teilnehmer zählte, zogen die Demonstranten von der Place de la Republique zur Place de la Nation. "Chirac, Villepin und Sarkozy: Eure Versuchsphase ist vorbei!" skandierten die überwiegend jungen Demonstranten.

Die Regierung von Ministerpräsident Dominique de Villepin hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, wonach künftig Arbeitnehmer bis 26 Jahre in den ersten zwei Jahren ihrer Anstellung ohne Grund gekündigt werden dürfen. Paris will damit die hohe Jugendarbeitslosigkeit von mehr als 20 Prozent reduzieren.

Die landesweiten Aktionen sind eine ernste Kraftprobe für den konservativen Premier, der im Frühjahr 2007 zur Präsidentenwahl antreten will. Umfragen zufolge hat der Plan seiner Popularität massiv geschadet. Die Umfragewerte waren am Montag so schlecht wie seit seinem Amtsantritt nicht mehr. "Libération" zufolge kam der de Villepin nur noch auf 37 Prozent Zustimmung.

Zu dem landesweiten Protesttag war de Villepin selbst im eigenen Hause nicht vor Demonstrationsappellen sicher. Neben einer Kaffeemaschine im Regierungsitz Matignon brachten offenbar Mitarbeiter ein Plakat der Gewerkschaft CFDT an, das zur Teilnahme an einer Großkundgebung aufrief.

Der Generalsekretär der Gewerkschaft CGT, Bernard Thibault, sagte im Fernsehsender RTL, es komme nicht in Frage, dass die Regierung in Frankreich "Entlassungen per Fingerschnippen" ermögliche. "Wir werden nicht zulassen, dass Frankreich sich in die Länder mit den geringsten Sozialstandards einreiht." Thibault kündigte weitere Protesttage an, sollte die Regierung nicht einlenken.

Am ersten landesweiten Aktionstag der Gewerkschaften gegen das Gesetz vor einem Monat hatten sich landesweit mehr als 200.000 Demonstranten beteiligt.

ler/AFP/Reuters