Frankreich: Rechnungshof verlangt milliardenschweres Sparprogramm - DER SPIEGEL
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Verschuldetes Frankreich Rechnungshof verlangt Milliarden-Einsparungen von Hollande

Und nun, Monsieur Hollande? Frankreichs Rechnungshof zeichnet ein düsteres Bild von der wirtschaftlichen Lage im Land - und fordert rigorose Sparmaßnahmen in Milliardenhöhe. Der Mahnruf dürfte dem sozialistischen Staatschef kaum ins Konzept passen.
Frankreichs Präsident Hollande: Unerfreuliche Nachrichten vom Rechnungshof
Frankreichs Präsident Hollande: Unerfreuliche Nachrichten vom Rechnungshof

Frankreichs Präsident Hollande: Unerfreuliche Nachrichten vom Rechnungshof

Foto: ? POOL New / Reuters/ REUTERS
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Paris - Der französische Rechnungshof schlägt Alarm: Wegen wegbrechender Steuereinnahmen droht Frankreich seine Ziele im Kampf gegen die hohe Staatsverschuldung zu verfehlen. So teilte die Behörde am Montag mit, dass der neue sozialistische Präsident François Hollande wegen eines schwächeren Wirtschaftswachstums allein in diesem Jahr im Haushalt zwischen sechs und zehn Milliarden Euro zusätzlich einsparen müsse, um die Schuldenlatte von 4,5 Prozent der Wirtschaftsleistung 2012 nicht zu reißen.

Im nächsten Jahr müssten dann sogar 33 Milliarden Euro an Staatsausgaben gekürzt werden, um das dann wieder geltende allgemeine Defizitziel von 3,0 Prozent zu erreichen. Für das Wachstum in diesem Jahr reduzierte der Rechnungshof die Prognose auf 0,4 Prozent von 0,7 Prozent. Für 2013 schraubten die Experten ihre Erwartungen auf 1,0 Prozent von zuvor 1,75 Prozent zurück.

Damit steht Hollande nur sieben Wochen nach seinem Wahlsieg vor der schweren Aufgabe, seine Wahlkampfversprechen zu mehr Wachstum und Beschäftigung mit den Sparverpflichtungen in Einklang zu bringen.

Hollande hatte den Kassensturz beim Rechnungshof direkt nach seiner Amtsübernahme angeordnet. Am Dienstag will Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault in einer Rede erläutern, wie die Sozialisten das Haushaltsdefizit in den Griff bekommen wollen. Am Mittwoch wird das Kabinett dann erste Maßnahmen zur Sanierung der Staatsfinanzen beschließen. Dazu zählen nach Angaben aus Regierungskreisen eine Anhebung der Vermögensteuer, neue Abgaben für Banken sowie die Abschaffung steuerlicher Ausnahmefälle. Die Gesetzesmaßnahmen zur Haushaltssanierung sollen noch im Juli vom Parlament verabschiedet werden.

hen/Reuters