Frankreich Sarkozy will Chirac beerben
Paris - "Mein Antwort ist Ja", sagte Sarkozy auf eine entsprechende Frage in einem vorab verbreiteten Interview mit der französischen Regionalpresse. "Ich fühle die Kraft, die Energie und die Lust, eine andere Vision Frankreichs vorzuschlagen", wird der 51-Jährige zitiert.
Die Franzosen wählen am 22. April und am 6. Mai einen neuen Staatschef. Aussichtsreichste Anwärter sind derzeit Sarkozy und die Ex-Umweltministerin Segolene Royal, die am Sonntag von den oppositionellen Sozialisten offiziell nominiert worden war. In Umfragen liegt sie mit Sarkozy gleich auf.
Sarkozy ist Chef der Regierungspartei UMP. Seine Entscheidung für eine Präsidentschaftskandidatur war schon längere Zeit erwartet worden. Möglicherweise bekommt der Innenminister aber eine Rivalin innerhalb seiner Partei. Denn als mögliche Gegenkandidatin gilt Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie. Auch der amtierende Staatschef Jacques Chirac, der am Mittwoch seinen 74. Geburtstag feierte, schließt eine Kandidatur für eine dritte Amtszeit bislang nicht aus.
Sarkozy ist einer der populärsten und zugleich umstrittensten Politiker Frankreichs. Als Law-and-Order-Innenminister mit liberalem Wirtschaftskurs ist er der Hoffnungsträger der Konservativen. Mit seinen populistischen Auftritten spaltet er jedoch die Gesellschaft. Während vor einem Jahr die Unruhen tobten, schlug er vor, die Vorstädte "mit dem Kärcher zu reinigen". Nicht nur für viele Jugendliche ist er eine Hassfigur.
als/AFP/AP