Frankreich: Segolène Royal wird Ministerin - DER SPIEGEL
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Royal in der Regierung: Die Frauen des Präsidenten

Foto: GUILLAUME SOUVANT/ AFP

Neue Regierung Ségolène Royal rückt in Frankreichs Kabinett auf

Frankreichs neue Regierung steht. Am Kabinettstisch des ehrgeizigen Premiers Valls wird auch die bekannte Sozialistin und Ex-Partnerin des Präsidenten sitzen: Ségolène Royal wird Ministerin für Umwelt und Energie.
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Paris - Der neue französische Regierungschef Manuel Valls hat bekanntgeben lassen, mit welchen Ministern er künftig zusammenarbeiten wird. Acht Frauen werden am Kabinettstisch sitzen, darunter die bekannte Sozialistin Ségolène Royal. Sie wird das Ministerium für Umwelt, Energie und nachhaltige Entwicklung übernehmen.

Royal wird zum linken Flügel der Sozialisten gezählt und war Kandidatin im Präsidentschaftswahlkampf 2007. Sie ist die frühere Lebensgefährtin von Staatsoberhaupt François Hollande. Die beiden haben vier gemeinsame Kinder und waren fast drei Jahrzehnte ein Paar.

Die aus einer konservativen Offiziersfamilie stammende Royal hatte in den vergangenen Jahren reihenweise Niederlagen und Tiefschläge wegstecken müssen. Die "schwarze Serie" begann für sie politisch mit ihrer Kandidatur im Präsidentschaftsrennen, das sie im Jahr 2007 gegen den Konservativen Nicolas Sarkozy verlor. All ihre Versuche, danach weiterhin eine führende Rolle bei den Sozialisten auf nationaler Ebene zu spielen, scheiterten - teils begleitet von erbitterten Kämpfen mit den eigenen Parteifreunden.

Royal stellte Hollande lange in den Schatten

So musste sie sich im Herbst 2008 bei der Wahl zum Parteivorsitz um nur 102 Stimmen ihrer Rivalin Martine Aubry geschlagen geben. Auch ihr neuerlicher Anlauf für eine Präsidentschaftskandidatur im Herbst 2011 endete für Royal bitter: Bei internen Vorwahlen der Sozialisten kam sie nur auf rund sieben Prozent - und musste ihrem Hollande die Kandidatur und später den Sieg über Sarkozy überlassen.

Hollande und Royal hatten sich 1979 an der Elite-Kaderschmiede ENA in Paris kennengelernt. Rund ein Vierteljahrhundert lang erklommen die beiden ehrgeizigen Sozialisten Seite an Seite die Stufen der Macht. Royal stellte ihren Lebensgefährten aber politisch lange Zeit in den Schatten: So wurde sie 1992 - trotz ihrer vierten Schwangerschaft - Ministerin für Umwelt, später für Schule und Familie, während der damalige Sozialistenchef Hollande nie ein Ministeramt innehatte und lange im eigenen Lager belächelt wurde.

Verkleinertes Kabinett

Die neue Regierung wird mit der Umbildung vom Mittwoch deutlich verkleinert. Bislang waren 30 Minister im Kabinett vertreten. Die Grünen wollten nicht in einem Kabinett unter Valls dabei sein, der zum rechten Flügel der Sozialisten gezählt wird.

Die Verteilung weiterer Ministerien im Überblick:

  • Außenminister Laurent Fabius behält sein Ressort.
  • Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian bleibt ebenfalls auf seinem Posten.
  • Zum neuen Innenminister als Nachfolger von Valls wurde der bisherige Budgetminister Bernard Cazeneuve ernannt.
  • Zum Finanz- und Haushaltsminister wurde der bisherige Arbeitsminister Michel Sapin ernannt.
  • Minister für Wirtschaft und Industrie wird der zum linken Flügel der Sozialisten zählende Arnaud Montebourg, der bereits Industrieminister war. Bisher leitete Pierre Moscovici das wichtige Wirtschaftsministerium. Moscovici wird der Regierung nicht mehr angehören.

kgp/syd/dpa/AFP