Friedensmission Powell will Arafat treffen
Kairo - Powell kündigte an, er werde nach seinen Gesprächen in Madrid und Amman nach Jerusalem reisen, um mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon zu sprechen, "und ich habe die Absicht, den Vorsitzenden Arafat zu treffen". Die ägyptische Führung hatte zuvor betont, alle Bemühungen um ein Ende der Gewalt und eine politische Lösung des Konflikts könnten nur Erfolg haben, wenn Arafat mit einbezogen werde.
Powell trat während seiner Zusammenkunft mit Staatschef Husni Mubarak in Kairo arabischen Vorwürfen entgegen, wonach er seine Ankunft in Jerusalem bewusst verzögert haben soll, um der israelischen Armee Zeit zu geben, in weitere palästinensische Städte einzumarschieren. Präsident George W. Bush habe Israel mehrfach eindeutig zum Rückzug aus den Autonomiegebieten aufgefordert, sagte Powell.
"Meine Anwesenheit in Jerusalem ist nicht notwendig, damit sie (die Israelis) diese Botschaft verstehen", fügte er hinzu. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon habe ihm am Dienstag telefonisch zugesichert, dass er die Militäraktion in den Palästinensergebieten "so schnell wie möglich" beenden werde.
In Ägypten protestierten unterdessen mehr als 20.000 Studenten gegen den Besuch Powells. Allein in der islamischen Al-Azhar Universität in Kairo versammelten sich am Vormittag rund 12.000 Demonstranten. Sie forderten die USA auf, Israel zum sofortigen Rückzug aus allen besetzten palästinensischen Städten zu zwingen. Dabei verbrannten sie israelische und amerikanische Fahnen. Bei einer anti-israelischen Studentendemonstration an der Universität Alexandria wurde ein Student getötet.