G-8-Gipfel: Zeitbombe unter Auto - DER SPIEGEL
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G-8-Gipfel Zeitbombe unter Auto

In letzter Minute verhinderten Sicherheitskräfte einen Anschlag auf den Weltwirtschaftsgipfel in Genua. Offenbar Gipfelgegner hatten eine Zeitbombe unter einem Auto versteckt.
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Genua - Ein Sprengstoffexperte habe die Bombe fünf Minuten vor der Explosion entschärfen können, berichteten italienische Behörden. Die Brandbombe habe aus einem Benzinbehälter bestanden, der mit Kabeln an eine Batterie und eine Uhr angeschlossen gewesen sei. Im Falle der Detonation hätte großer Schaden entstehen können, hieß es. Der Sprengsatz wurde am Montagabend von Gegnern des G-8-Gipfels entdeckt, die in einem Außenbezirk der Stadt campierten.

Zehn Stunden zuvor war in einer Carabinieri-Station in Genua bei der Explosion einer Briefbombe ein Polizist verletzt worden. Innenminister Claudio Scajola sprach von einem "ganz schweren Zwischenfall". Die Täter seien unter Anarchisten zu suchen, die zu dem Gipfeltreffen der acht führenden Industrienationen, das vom 20. bis 22. Juli in der Hafenstadt stattfindet, die Spannung anheizen wollten.

Krawalle an der Grenze

Am italienisch-schweizerischen Grenzübergang Chiasso kam es zu Zusammenstößen zwischen Schweizer Polizisten und Globalisierungsgegnern. Augenzeugen aus Italien sprachen von einem massiven Polizeieinsatz mit Tränengas und Gummigeschossen. Unter den Globalisierungsgegnern seien auch mehrere Deutsche gewesen. Die Demonstranten hatten gegen Einreiseverweigerungen nach Italien protestiert und den Grenzübergang vorübergehend blockiert. Ein kommunistischer Regionalpolitiker in Italien sagte, die Schweizer Polizei habe "brutal und ohne Vorwarnung" agiert.

Die Behörden erwarten zum Gipfel etwa 100.000 Demonstranten und befürchten schwere Ausschreitungen. 15.000 Sicherheitskräfte sind mobilisiert, darunter auch Soldaten. Die Globalisierungsgegner werfen der Regierung in Rom vor, dass durch die extremen Sicherheitsmaßnahmen Genua praktisch zur "belagerten Stadt" werde. Die Angebote der italienischen Regierung zum Dialog seien reine Augenwischerei.

An dem Gipfel nehmen die politischen Führer der sieben größten Industrienationen - USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Japan - sowie Russlands teil. Die Demonstranten werfen den reichen Staaten vor, durch die wirtschaftliche Globalisierung die Dritte Welt zu benachteiligen und auszubeuten.