Problemgewehr Litauen hält am G36 fest
Sturmgewehre G36 von Heckler & Koch
Foto: Bernd Weissbrod/ dpaDas litauische Militär will am umstrittenen Sturmgewehr G36 festhalten und weitere Exemplare erwerben. Dies sei nach eigenen Tests und der Auswertung der Daten anderer Nato-Staaten entschieden worden, teilte das Verteidigungsministerium in Vilnius mit.
Litauen hatte im Sommer 2015 wegen möglicher Präzisionsmängel die Beschaffung weiterer G36 vorläufig ausgesetzt. Bereits in der vergangenen Woche hatte mit Lettland ein anderer baltischer Staat angekündigt, das Sturmgewehr des deutschen Herstellers Heckler & Koch weiter nutzen zu wollen. Beide Staaten hatten das Gewehr wie einst die Bundeswehr zur Standardwaffe gemacht.
Die Treffsicherheit des G36 bei großer Hitze und Dauerfeuer wird seit Jahren infrage gestellt. Das Gewehr, einst Stolz der Truppe, ist deshalb von der Bundeswehr in der jetzigen Form ausgemustert worden. Bis 2019 soll die Bundeswehr ein völlig neues Sturmgewehr erhalten.
Frankreich dagegen setzt das Gewehr nach den Anschlägen von Paris verstärkt ein. In Paris werden Beamte der sogenannten Brigade zur Kriminalitätsbekämpfung (BAC) seit Ende Februar diesen Jahres mit den Sturmgewehren ausgestattet, die bisher Eliteeinheiten der Polizei vorbehalten waren. Geliefert werden sollen insgesamt 204 Sturmgewehre des Typ G36.