Gaza Mordanschlag auf Arafats Neffen
Gaza - Mit Gewehren und Granaten bewaffnete Männer hätten sich mit Arafats Wachen ein 30-minütiges, heftiges Gefecht geliefert und schließlich dessen Haus gestürmt, sagten Augenzeugen. Dann hätten sie den Neffen des verstorbenen Palästinenser-Anführers Jassir Arafat auf die Straße gezerrt. Wann genau der ehemalige Sicherheitschef erschossen wurde, war unklar. Bei seiner Ankunft im Krankenhaus sei er jedenfalls tot gewesen, sagten Ärzte. Zu dem Angriff bekannte sich in einer Erklärung die militante Gruppe Volkswiderstandskomitees.
Nach dem Überfall fehlte jede Spur von dem Sohn des Attentatsopfers, Nimhel, der ein hoher Beamter der palästinensischen Sicherheitskräfte ist. Es wird vermutet, dass Nimhel Arafat entweder geflohen ist oder von den Angreifern verschleppt wurde.
Mussa Arafat war in Palästinenserkreisen höchst umstritten. Viele sahen in ihm ein Symbol für die in der palästinensischen Autonomiebehörde verbreitete Korruption. Bereits im Jahr 2003 überlebte er einen Anschlagsversuch, als Unbekannte eine Granate auf sein Fahrzeug abfeuerten.
Mussa Arafat wurde nach dem Tod seines Onkels Jassir im November 2004 von Präsident Mahmud Abbas entlassen. Abbas berief nach dem Attentat eine Krisensitzung mit Ministerpräsident Ahmed Kurei und hohen Offizieren ein.