Gaza: Spanischer Reporter entführt - DER SPIEGEL
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Gaza Spanischer Reporter entführt

Bewaffnete Palästinenser haben im Gaza-Streifen einen spanischen Foto-Journalisten gekidnappt. Die Hamas-Regierung verurteilte die Entführung: Sie schade den "nationalen Interessen" der Palästinenser.
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Gaza - Der 37-jährige Emilio Morenatti verließ gerade sein Haus, als er von vier Männern attackiert und in einen Wagen gestoßen wurde, wie sein Fahrer und Dolmetscher Madsched Hamdan erklärte. Hamdan hatte vor dem Haus im Auto gewartet. Die vier Männer nahmen ihm seine Autoschlüssel und sein Telefon ab, hielten ihm eine Waffe an den Kopf und forderten ihn auf wegzugehen. Danach seien sie mit dem Fotografen davongefahren.

Der Spanier Morenatti arbeitet seit April 2005 für die Nachrichtenagentur AP in Jerusalem. Zuvor berichtete er über den Krieg in Afghanistan. Im Gazastreifen wurden in der Vergangenheit mehrfach ausländische Journalisten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen verschleppt. Im August traf es zwei Mitarbeiter des US-Senders Fox News, die zwei Wochen lang festgehalten wurden. Bislang kamen alle Entführten unverletzt frei.

Die palästinensische Regierung verurteilte die Entführung. Die unbekannten Entführer sollten Morenatti "sofort freilassen", sagte der Sprecher der palästinensischen Regierung, Ghasi Hamad. Die Entführung schade den "nationalen Interessen" der Palästinenser. Die Autonomieverwaltung verfüge über keine Hinweise, wer Morenatti verschleppt habe und welche Gründe es für die Entführung gebe, fügte Hamad hinzu.

Zu der Geiselnahme bekannte sich zunächst niemand. Der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos sagte in Madrid, er habe bereits Gespräche mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und anderen ranghohen Politikern und Sicherheitskräften geführt. Seine Regierung nutze alle ihr zur Verfügung stehenden Kontakte, um Morenattis Freilassung zu erreichen.

jaf/AP/AFP/rtr