Gefangenenaustausch mit Israel: Palästinenser bejubeln Rückkehr Hunderter Häftlinge - DER SPIEGEL
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Gefangenenaustausch mit Israel Palästinenser bejubeln Rückkehr Hunderter Häftlinge

Ausgelassene Freude in Ramallah und Gaza: Zehntausende Palästinenser feiern die Freilassung palästinensischer Häftlinge aus israelischer Haft - sie sind gegen den Soldaten Gilad Schalit ausgetauscht worden. In der Nähe eines Grenzübergangs kam es aber auch zu Gewaltausbrüchen.
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Gaza/Ramallah - Es sind Zehntausende, die sich am Dienstag in Ramallah versammeln. Sie sind auf den Straßen, um zu feiern: Die Palästinenser bejubeln an diesem Tag die Rückkehr Hunderter palästinensischer Häftlinge, die bisher in israelischen Gefängnissen eingesessen hatten. Viele schwenken palästinensische Flaggen.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas küsste in Ramallah freigelassene Gefangene, die zu seinem Amtssitz gebracht wurden. "Eure Anstrengungen waren nicht umsonst", sagte Abbas vor jubelnden Anhängern. Er pries die Freigelassenen als "Freiheitskämpfer".

Die palästinensischen Häftlinge sind Teil des Gefangenenaustauschs mit Israel. Sie wurden für den 25-jährigen israelischen Soldaten Gilad Schalit freigelassen, der mehr als fünf Jahre lang von der radikal-islamischen Hamas gefangen gehalten wurde.

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Nahost: Drama um Gilad Schalit

Foto: Jim Hollander/ dpa

Auch im Gaza-Streifen feierten Tausende Menschen die Ankunft von Häftlingen, die Israel im Tausch gegen Schalit freigelassen hat. Etwa 40 Gefangene sollen über Ägypten in Drittländer abgeschoben werden.

In der Nähe des Übergangs Beitunia ins Westjordanland kam es während des Häftlingsaustauschs zu Zusammenstößen palästinensischer Demonstranten mit israelischen Sicherheitskräften. Die israelische Armee teilte mit, etwa 1500 Palästinenser hätten Steine geworfen und Reifen in Brand gesetzt. Die Sicherheitskräfte hätten Tränengas eingesetzt.

Insgesamt will Israel in dem größten Häftlingsaustausch in Nahost seit gut einem Vierteljahrhundert 1027 Palästinenser freilassen. Der zweite Schritt, in dem 550 Gefangene freikommen sollen, ist in etwa zwei Monaten geplant. Deutschland und Ägypten hatten bei den zähen Verhandlungen vermittelt.

Erleichterung in Deutschland

Auch in Berlin wurde die Freilassung Schalits mit Erleichterung aufgenommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich erfreut über seine Heimkehr und wünschte ihm, "dass er sich von allem, was er erleiden musste, rasch erholt und in sein Leben zurückfindet". Merkel dankte insbesondere Ägypten für die Vermittlungsarbeit: "Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Israel und Ägypten in dieser Angelegenheit lässt hoffen, dass die jüngsten Spannungen zwischen den beiden Ländern wieder gutnachbarschaftlichen Beziehungen Platz machen."

Bundesaußenminister Guido Westerwelle wies auch auf deutsche Vermittlungsbemühungen hin. "Ich bin froh, dass Deutschland zu Gilad Schalits Freilassung beitragen konnte", erklärte Westerwelle. "Die Bereitschaft zu helfen und zu unterstützen war für uns selbstverständlich." Dies sei "Ausdruck unserer Freundschaft mit Israel".

hen/ler/dpa/AFP