Gefangenschaft Saddams: Besuch vom Anwalt - DER SPIEGEL
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Gefangenschaft Saddams Besuch vom Anwalt

Mehr als ein Jahr nach seiner Gefangennahme hat der ehemalige irakische Diktator Saddam Hussein erstmals Besuch von einem Anwalt bekommen. Sein Mandant sei gesund und guter Dinge, teilte der Anwalt mit. Der Termin für den Prozessbeginn gegen Saddam ist weiterhin unklar.
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Bagdad - Siad al-Chassauneh, Leiter des Teams zur Verteidigung Saddams, erklärte heute in Bagdad, der irakische Anwalt Khalil al-Dollemeh habe den früheren Präsidenten des Irak aufgesucht. Vier Stunden lang habe sich der Anwalt bei Saddam aufgehalten. Den Angaben zufolge sieht der Gefangene viel gesünder aus als auf letzten veröffentlichten Fotos. Zu einem möglichen Prozesstermin wollte sich al-Chassauneh nicht äußern. Die ersten Verfahren gegen prominente Vertreter des alten Regimes sollen in der kommenden Woche beginnen - darunter auch gegen den als "Chemie-Ali" bekannten Ali Hassan al-Madschid. Nach irakischen Angaben wird Saddam Hussein selbst aber noch nicht vor Gericht gestellt.

Auch heute kam es wieder zu Gewalttaten im Irak. Im Zentrum von Bagdad wurde der stellvertretende Kommunikationsminister Kassim Mehawi aus einem fahrenden Auto heraus erschossen. Acht seiner Leibwächter wurden mit Schusswunden ins Krankenhaus gebracht. Im Westen der Hauptstadt explodierte eine Bombe, als ein Geländewagen vorbeifuhr. Anschließend eröffneten die Angreifer das Feuer auf die Wageninsassen. Ein Ausländer vorerst unbekannter Nationalität wurde getötet, zwei weitere wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte. Drei irakische Soldaten kamen ums Leben, als in der Nähe eine weitere Bombe unter ihrem Fahrzeug explodierte. Sechs Nationalgardisten wurden verletzt.

In der nordirakischen Stadt Kirkuk zogen tausende arabischstämmige Iraker vor das Büro des Gouverneurs und forderten eine Verschiebung der für den 30. Januar geplanten Wahl. Sie äußerten die Befürchtung, künftig von der örtlichen Bevölkerungsmehrheit der Kurden unterdrückt zu werden. Ungeachtet der sich häufenden Sabotageversuche gingen die Vorbereitungen für die Abstimmung jedoch weiter. Der scheidende US-Außenminister Colin Powell lobte die Vereinten Nationen für ihre Rolle dabei. Uno-Generalsekretär Kofi Annan bekräftigte bei einem Besuch im US-Außenministerium, das alles nach Plan verlaufe.

Italiener von Extremisten getötet

Die Islamische Bewegung irakischer Mudschaheddin erklärte unterdessen, sie habe einen Italiener getötet, der versucht habe, mit seinem Fahrzeug eine Straßensperre der Organisation zu durchbrechen. Dabei sei ein Mitglied der Gruppe getötet worden. Die Extremisten führten drei irakische Journalisten in einer verlassenen Gegend bei Ramadi zur mutmaßlichen Leiche des Italieners, wie einer der Augenzeugen mitteilte. Nach dessen Angaben trug das Opfer einen Pass auf den Namen Salvatore Santoro mit sich. Zunächst hatte es geheißen, der Italiener sei entführt und später ermordet worden.

Das italienische Außenministerium teilte mit, Santoro habe im November bei einem Besuch bei der italienischen Botschaft in Libanon erklärt, er wolle für eine britische Hilfsorganisation in den Irak reisen. Anfang Dezember habe er dann die italienische Botschaft in Jordanien aufgesucht. Mit der diplomatischen Vertretung in Bagdad habe er allerdings nie Kontakt aufgenommen.

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