Gefechte in Libyen: Alliierte weiten Kampfzone aus - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Angriff der Alliierten: Gaddafis Regime unter Feuer

Foto: PATRICK BAZ/ AFP

Gefechte in Libyen Alliierte weiten Kampfzone aus

Die Nato ringt um eine gemeinsame Linie in Libyen - im Land gehen die Kämpfe weiter. Die Alliierten reagieren auf die Operationen der Gaddafi-Truppen mit neuen Luftangriffen, jetzt offenbar auch im Süden. Lesen Sie die Ereignisse im Minutenprotokoll nach.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Es war der dritte Tag der Militäraktion gegen das Regime um Muammar al-Gaddafi: US-Streitkräfte starteten am Montag eine Attacke mit Marschflugkörpern auf Stellungen der libyschen Armee. Zwölf Cruise-Missiles-Raketen seien abgefeuert wurden, erklärte das US-Kommando für Afrika. Libysche Flugzeuge seien zerstört, der Vormarsch der Truppen auf die Rebellenhochburg Begasi gestoppt worden.

Von einem direkten Angriff auf den Machthaber will der Westen dagegen nichts wissen. Großbritanniens Premier David Cameron sprach zwar von Erfolgen: Die libysche Luftabwehr sei durch die Angriffe der Alliierten weitgehend ausgeschaltet worden. Ein Regimewechsel mit militärischen Mitteln ist nach den Worten Camerons jedoch nicht das Ziel der Angriffe. "Meine Meinung ist: Libyen muss Gaddafi loswerden", sagte Cameron am Montag im Unterhaus.

"Aber unsere Aufgabe ist es, die Uno-Resolution durchzusetzen. Die Aufgabe des libyschen Volkes ist es, seine Zukunftsoption zu wählen." Auch US-Außenminister Robert Gates hatte einen Angriff auf Gaddafi als "unklug" bezeichnet. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des französischen Verteidigungsministeriums.

Die Attacken auf Gaddafis Militär gingen weiter: In der Hauptstadt Tripolis war nach Einbruch der Dunkelheit das Feuer von Flugabwehrgeschützen zu hören. Eine Marinebasis sollt dort das Ziel gewesen sein, berichtet al-Dschasira. Weitere Details über einen möglichen neuen nächtlichen Angriff auf die Stadt waren aber zunächst nicht bekannt.

Die westliche Militärallianz soll nach Angaben der libyschen Regierung auch die Wüstenstadt Sabha, eine Hochburg Gaddafis ins Visier genommen. Seit Samstag gebe es "Luft- und Raketenangriffe" auf zahlreiche Städte wie Tripolis, Suwara, Misurata und Sirte, sagte Regierungssprecher Mussa Ibrahim am Montag in Tripolis. Sabha im Süden des Landes sei am Montag "ins Visier genommen" worden.

Flugverbotszone ausgeweitet

Die Koalitionsstreitkräfte haben nach Angaben von US-Militärs die Flugverbotszone über Libyen erweitert. Die Zone, in der keine libyschen Flugzeuge fliegen dürfen, nähere sich damit immer mehr der Hauptstadt Tripolis, erklärte das US African Command in Stuttgart. Man gehe davon aus, dass die Zone schon bald die Städte Brega and Misurata, rund 200 Kilometer östlich von Tripolis, umfasse, sagte General Carter Ham in einer Video-Konferenz am Montag.

Trotz der kolportierten Verluste durch die alliierten Luftangriffe setzte der Staatschef seine Offensive gegen die Rebellen im Land auch am Montag fort. Angriffe der Gaddafi-Truppen wurden aus Az Zintan südwestlich von Tripolis und aus Misurata im Westen gemeldet. Ein Rebellensprecher berichtete hier von mehr als 40 Toten, die Staatsarmee habe Zivilisten als Schutzschilde benutzt und sogar auf Krankenwagen gefeuert. Wie schon in den letzten Tagen war der Wahrheitsgehalt dieser Angaben vorerst nicht zu überprüfen.

Gleiches gilt für die Meldung der Gaddafi-Truppen, man habe Misurata am Abend eingenommen. Dies berichtet der TV-Sender al-Arabyia unter Berufung auf einen Armee-Sprecher.

Streit in der Nato über weiteres Vorgehen

Während die Kämpfe in Libyen mit unverminderter Härte weitergehen, hat sich die Nato immer noch nicht auf die eigene Rolle in dem Konflikt geeinigt. Frankreich lehnte am Montag noch einmal die von anderen Nato-Staaten geforderte Führungsrolle des Bündnisses bei dem Militäreinsatz ab. Die Türkei stimmte einem entsprechenden Nato-Mandat ebenfalls nicht zu.

Die Bewertung der westlichen Kampfeinsätze in Libyen hat in Russland überraschend einen innenpolitischen Disput ausgelöst. Präsident Dmitrij Medwedew wies Regierungschef Wladimir Putin in die Schranken, weil dieser die Libyen-Angriffe als "mittelalterlichen Kreuzzug" kritisiert hatte.

Solche Vergleiche seien "unangebracht", betonte Medwedew nach einem Bericht der Agentur Interfax vor Journalisten in seiner Residenz bei Moskau. Der Staatschef übte damit in bisher ungewohnt deutlicher Art Kritik am Politikstil seines Ziehvaters Putin.

Die Europäische Union beschloss eine Verschärfung der Sanktionen gegen die libysche Staatsführung und deren engste Helfer. Neun Firmen - darunter drei führende Geschäftsbanken - wurden in eine Liste von Unternehmen aufgenommen, deren Konten in der EU eingefroren werden. Auch wurde die Liste von knapp 30 Personen, denen die Einreise in die EU verboten wurde und deren Konten in der EU gesperrt wurden, um elf Mitglieder des Führungskreises von Gaddafi erweitert.

Lesen Sie im Minutenprotokoll die wichtigsten Ereignisse der vergangenen 24 Stunden nach.

Rebellensprecher: Viele Tote in Misurata

+++ Offenbar westliche Militäraktion in Gaddafi-Hochburg Sabha +++

[00.15 Uhr] Die westliche Militärallianz hat im Rahmen ihrer Angriffe nach Angaben der libyschen Regierung auch die Wüstenstadt Sabha, eine Hochburg der Gaddafi-Anhänger, ins Visier genommen. Seit Samstag gebe es "Luft- und Raketenangriffe" auf zahlreiche Städte wie Tripolis, Suwara, Misurata und Sirte, sagte Regierungssprecher Mussa Ibrahim am Montag in Tripolis. Sabha im Süden des Landes sei am Montag "ins Visier genommen" worden.

Sebha werde "bedroht", bombardiert worden sei die Stadt aber nicht, fügte Ibrahim hinzu. Der Ort gilt als strategisch wichtig, da Gaddafis Stamm von dort stammt und sich zudem ein Militärflughafen in der Stadt befindet.

+++ Al-Dschasira: Luftangriff zerstört wichtiges Radar-System +++

[23.55 Uhr] Nach Informationen von al-Dschasira ist den Truppen der Alliierten ein wichtiger Schlag gegen die militärische Infrastruktur der libyschen Armee gelungen. Wie der Sender berichtet, wurden am späten Montagabend die Luftabwehr-Radarsysteme an zwei Militärstützpunkten zerstört. Diese hätten sich in Ostlibyen, unweit der Stadt Bengasi befunden.

+++ Wüste Schlacht um die Stadt Az Zintan +++

[23.15 Uhr] Auch aus der westlibyschen Stadt Az Zintan werden schwere Gefechte gemeldet. Zwei Augenzeugen berichteten der Agentur Reuters, viele Bewohner hätten sich in Berghöhlen geflüchtet. In der Stadt seien zahlreiche Gebäude zerstört worden, rund 40 Panzer hätten sich in der Nähe von Az Zintan in Stellung gebracht. Ein Schweizer Journalist bezeichnete den Beschuss als den "schwersten seit drei Tagen."

+++ Rebellensprecher: Viele Tote in Misurata +++

[22.45 Uhr] Immer neue Schreckensnachrichten kommen aus der umkämpften Stadt Misurata. Die BBC zitiert einen Sprecher der Rebellen, der die Situation als "Katastrophe" bezeichnet. Nach seinen Angaben - die sich derzeit nicht verifizieren lassen - hat es in dem westlibyschen Ort zuletzt mehr als 40 Tote gegeben, dazu mehr als 200 Verletzte. Das Militär habe sogar auf Krankenwagen gefeuert. Dabei seien zwei Fahrer getötet worden, so der Sprecher.

+++ Regierungstruppen wollen Kontrolle in Misurata übernommen haben +++

[22.10 Uhr] Nach Informationen des TV-Senders al-Arabiya haben die Einheiten von Machthaber Gaddafi die westlibysche Stadt Misurata erobert. Als Quelle wird ein Sprecher der Armee angegeben, der Wahrheitsgehalt der Angaben lässt sich derzeit nicht überprüfen.

+++ Türken sollen US-Interessen in Libyen vertreten +++

[21.43 Uhr] Die Türkei wird nach eigenen Angaben vorübergehend die Interessen der USA in Libyen vertreten. Ankara sei einer entsprechenden Bitte nachgekommen, teilte die türkische Botschaft in Washington mit. Demnach fungiert die Türkei als Vermittler, solang die amerikanische Botschaft in Tripolis geschlossen ist.

Ein Gewährsmann aus dem US-Außenministerium bestätigte die Einigung, die aber zunächst noch nicht offiziell unterzeichnet war. Ankara hatte am Montag die Freilassung von vier in Libyen festgehaltenen Journalisten der "New York Times" sichergestellt.

+++ Obama erneuert Rücktrittsforderung an Gaddafi +++

[21.15 Uhr] US-Präsident Barack Obama hat seine Forderung nach einem Machtwechsel in Libyen bekräftigt. "Gaddafi muss gehen", sagte er bei einem Besuch in Chiles Hauptstadt Santiago de Chile vor Journalisten. "Wir (die USA) verfügen neben unseren militärischen Fähigkeiten über eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten, um diese Politik zu unterstützen", fügte Obama hinzu.

+++ Schweiz lässt britischen Militärkonvoi passieren +++

[20.46 Uhr] Ein Konvoi von 20 britischen Militärfahrzeugen hat die Schweiz von Basel nach Chiasso an der Grenze zu Italien durchquert. Die Regierung hatte die Durchfahrt auf der Basis der Resolution des Uno-Sicherheitsrats zum Schutz der Zivilbevölkerung in Libyen bewilligt, wie sie in Bern mitteilte. Die Schweiz befolgt normalerweise eine strikte Neutralitätspolitk. Sie ist aber als Uno-Mitglied völkerrechtlich verpflichtet, Resolutionen des Sicherheitsrates zu unterstützen.

+++ Libysches Fernsehen meldet neue Angriffe auf Tripolis +++

[20.27 Uhr] Ausländische Truppen haben nach Angaben des libyschen Fernsehens neue Luftangriffe auf die Hauptstadt Tripolis geflogen. In der Stadt war nach Einbruch der Dunkelheit das Feuer von Flugabwehrgeschützen zu hören. Damit begann die dritte Nacht alliierter Luftangriffe gegen Libyen.

+++ Gates erklärt Gaddafi-Ende zur Aufgabe des libyschen Volkes +++

[20.17 Uhr] Die "Vernichtung" des libyschen Diktators Gaddafi ist nach Ansicht von US-Verteidigungsminister Robert Gates keine Aufgabe der Koalitionskräfte, sondern des libyschen Volkes. Falls bei den Luftschlägen auch Gaddafi ums Leben komme, sei dies ein "Fehler", sagte Gates der Agentur Interfax in St. Petersburg. "Es ist allen klar, dass das libysche Volk ohne Gaddafi in einer besseren Lage wäre. Aber diese Frage müssen die Libyer selbst entscheiden."

+++ Obama: Militäraktion dient dem Schutz der Zivilisten +++

[20.05 Uhr] US-Präsident Barack Obama setzt in Libyen auf ein Ende des Regimes von Muammar al-Gaddafi. Die Militäraktion diene aber nur dem Schutz der Zivilisten, erklärte Obama in Washington. Die USA würden die Führung des Libyen-Einsatzes abgeben, sobald die libysche Luftabwehr ausgeschaltet sei.

+++ Alliierte weiten Flugverbotszone über Libyen aus +++

[19.10 Uhr] Die Koalitionsstreitkräfte haben nach Angaben von US-Militärs die Flugverbotszone über Libyen erweitert. Die Zone, in der keine libyschen Flugzeuge fliegen dürfen, nähere sich damit immer näher der Hauptstadt Tripolis, erklärte das US African Command in Stuttgart. Man gehe davon aus, dass die Flugverbotszone schon bald die Städte Brega and Misurata, rund 200 Kilometer östlich von Tripolis, umfasse, sagte General Carter Ham in einer Video-Konferenz. Zunächst galt die Zone am Wochenende lediglich für die Rebellenhochburg Bengasi im Osten des Landes. In diesem Gebiet hätten die Einheiten des Gewaltherrschers Muammar al-Gaddafi praktisch keine Möglichkeit mehr zur militärischen Initiative.

+++ Anrufer berichtet aus belagerter Stadt Misurata +++

[18.53 Uhr] Ein Mann, der seinen Namen nicht nennen wollte, meldet sich telefonisch aus Misurata bei der BBC: "Die Stadt ist umzingelt von Gaddafis Truppen. Die Lage ist sehr schlimm. Wir haben keinen Strom, wir haben kein Wasser."

+++ Kämpfe im Osten gehen weiter +++

[18.42 Uhr] Ein BBC-Reporter berichtet von einer Fahrt von der Rebellenhochburg Bengasi in Richtung Adschdabija, die Gaddafi-Truppen würden die Aufständischen nach wie vor angreifen. Für die Luftangriffe der Alliierten seien viele Menschen in der Region dankbar. "Wenn es diese Angriffe nicht gegeben hätte, wäre Bengasi jetzt nicht mehr auf der Landkarte", zitiert der Sender einen Libyer.

+++ AFP vermisst noch immer zwei Mitarbeiter +++

[18.26 Uhr] Zwei Journalisten der Nachrichtenagentur AFP, darunter ein deutscher Staatsangehöriger, werden seit Tagen in Libyen vermisst. Dies teilte die AFP am Montag in Paris mit. Der 38-jährige britische Reporter Dave Clark und sein deutscher Kollege, der 45-jährige Fotograf Roberto Schmidt, hatten die Agentur zuletzt am Freitag per E-Mail über ihre Pläne informiert, am Samstagmorgen 35 Kilometer von der ostlibyschen Stadt Tobruk entfernt Rebellen treffen und Flüchtlinge interviewen zu wollen. Augenzeugen berichteten, die Journalisten am Samstagmorgen in Tobruk gesehen zu haben. Clark und Schmidt waren in Begleitung des Fotografen der Agentur Getty Images, Joe Raedle, unterwegs. Clark ist seit dem 8. März als Reporter in Libyen im Einsatz, Schmidt seit dem 28. Februar. Der deutsche AFP-Fotograf hat sein Heimatbüro in der kenianischen Hauptstadt Nairobi.

+++ "Nieder mit Cameron", "Nieder mit Sarkozy", "Nieder mit Obama" +++

[18.17 Uhr] Rund 200 Menschen demonstrieren vor dem Dienstsitz des britischen Premierministers David Cameron in London gegen das militärische Eingreifen des Westens in Libyen. Sie schwenkten die grüne Landesflagge der Führung von Machthaber Muammar al-Gaddafi und riefen "Nieder mit Cameron", "Nieder mit Sarkozy" und "Nieder mit Obama". "Stoppt den Beschuss unserer Familien und Kinder" und "Wir brauchen Uno-Beobachter und keine Marschflugkörper", war auf Plakaten der Demonstranten in London zu lesen.

+++ Mission soll Gaddafis Truppen nicht "vernichten" +++

[17.58 Uhr] Die Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen hat nach Angaben der US-Streitkräfte nicht zum Ziel, die Truppen der libyschen Regierung "komplett zu vernichten" oder den Rebellen bei ihren Gefechten zu helfen. Es würden nur militärische Anlagen ins Visier genommen und jene, die das internationale Mandat aktiv bekämpfen würden. Auch Gaddafi selbst sei nicht Ziel der Angriffe.

+++ Französischer Flugzeugträger erreicht Kampfzone am Dienstag +++

[17.53 Uhr] Ab Dienstag wird sich nach Angaben der Armee ein französischer Flugzeugträger an der Libyen-Mission beteiligen. Am Montag sind bereits 20 Flugzeuge der Franzosen im Einsatz. Luftangriffe haben die Jets am Montag allerdings bisher nicht ausgeführt.

+++ Alliierte starten neue Angriffswelle mit Cruise Missiles +++

[17.16 Uhr] Die USA haben einen weiteren Angriff mit Marschflugkörpern auf Libyen gestartet. 12 Cruise Missiles seien abgefeuert wurden, erklärte das US-Kommando für Afrika. Libysche Flugzeuge seien zerstört, der Vormarsch libyscher Truppen auf die Rebellenhochburg Begasi gestoppt worden. Es seien keine Einsatzkräfte der Alliierten am Boden im Einsatz.

+++ US-Kommandeur sieht Gaddafi-Truppen stark geschwächt +++

[17.09 Uhr] Die libysche Armee ist nach Ansicht eines US-Kommandeurs durch die Angriffe der Alliierten stark geschwächt. Besonders die Truppen südlich der Rebellenhochburg Bengasi seien nicht mehr bei ihrer vollen Schlagkraft. Die Flugzeuge der Gaddafi-Truppen seien in der Region nun außer Gefecht, der Vormarsch am Boden sei gestoppt.

+++ Zahl der Luftschläge pro Tag nimmt ab +++

[16.27 Uhr] In der Nacht zum Montag feuerten die internationalen Einsatzkräfte zehn bis zwölf Raketen auf Ziele in Libyen ab, sagte ein Sprecher der US-Streitkräfte. Damit habe die Zahl der Luftschläge deutlich abgenommen. Noch am Samstag seien 110 Raketen auf 22 Ziele abgeschossen worden.

+++ Arabische Nationen laut Paris gegen Nato-Führung +++

[16.08 Uhr] Die arabischen Nationen wollen eine Nato-Führung der Militäraktion in Libyen nicht akzeptieren. Das sagte der französische Außenminister Juppé. Frankreich wünsche sich, dass die Nato den Libyen-Krieg mit ihren Planungs- und Koordinierungskapazitäten unterstützt. Wenn die USA in einigen Tagen die Führung der Militäreinsätze abgäben, "dann kann die Nato unterstützen", sagte er auf einem EU-Ressortcheftreffen in Brüssel.

+++ Medwedew kritisiert Putin +++

[15.46 Uhr] Russlands Präsident Medwedew kritisiert Ministerpräsident Putin, der die Uno-Resolution mit einem "Aufruf zum Kreuzzug" verglichen hat: Der Begriff sei in diesem Zusammenhang inakzeptabel. Der Einsatz von Gewalt in Libyen müsse verhältnismäßig sein. Russland werde sich nicht an einer Militärkoalition beteiligen, sei aber bereit, an Friedenseinsätzen in dem Land mitzuwirken.

+++ Uno-Sicherheitsrat will über Militäreinsatz beraten +++

[15.26 Uhr] Der Uno-Sicherheitsrat kommt wahrscheinlich noch an diesem Montag zu Beratungen über den internationalen Militäreinsatz in Libyen zusammen. Das Treffen hinter verschlossenen Türen am Uno-Sitz in New York werde vermutlich am Nachmittag (Ortszeit) stattfinden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Diplomatenkreisen.

+++ Heftiger Beschuss in Sindan +++

[15.17 Uhr] Die westlibysche Stadt Sindan soll unter heftigem Beschuss Gaddafi-treuer Soldaten stehen. Das meldet der TV-Sender al-Dschasira.

+++ US-General führt Militäreinsatz +++

[14.48 Uhr] Das Kommando über den internationalen Militäreinsatz hat gegenwärtig ein General der US-Streitkräfte. Das sagte der Chef des britischen Verteidigungsstabes, General David Richards, in London. Die britische Armee stelle einen Stellvertreter und besetze weitere "wichtige Positionen" im Kommandostab, sagte Richards.

+++ Italienisches Schiff samt Besatzung verschwunden +++

[14.34 Uhr] Die italienischen Behörden suchen ein Schiff, das im Hafen von Tripolis verschwunden ist. Der Schlepper mit elf Mann an Bord war zunächst vom libyschen Militär festgesetzt worden. Es sei unklar, wohin die beschlagnahmte "Asso 22" gebracht werde, erklärte der italienische Verteidigungsminister Ignazio La Russa. Demnach befinden sich noch immer acht Italiener, zwei Inder und ein Ukrainer auf dem Schiff. Vertreter der Hafenbehörde von Tripolis hätten den Schlepper am Freitag betreten und die Ausrüstung fotografiert, teilte der in Neapel ansässige Eigentümer Augusta Offshore mit. Am Samstag hätten dann bewaffnete libysche Offiziere die "Asso 22" geentert. Das Schiff habe den Hafen später Richtung Westen verlassen.

+++ Zahl der Flüchtlinge aus Libyen sinkt +++

[14.24 Uhr] Immer weniger Libyer verlassen ihr Land. Seit dem Eingreifen der internationalen Gemeinschaft kommen an den Grenzen des Landes weniger Flüchtlinge an. Allerdings steige innerhalb Libyens die Zahl der Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen, berichtet das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Genf. Demnach sollen sich etwa 5000 Menschen im Osten des Landes in Schulen und Universitäten aufhalten.

Neue Sanktionen, steigende Ölpreise

+++ Sarkozy-Berater hält längeren Libyen-Einsatz für möglich +++

[14.12 Uhr] Möglicherweise geht es doch nicht so schnell wie zunächst geplant: Der Militäreinsatz in Libyen könnte nach Einschätzung eines hochrangigen Beraters des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy "noch eine Weile" andauern. Dem französischen Sender BFM TV erklärte Henri Guaino, das vom Uno-Sicherheitsrat autorisierte Mandat zum Schutz libyscher Zivilisten sei noch nicht "vollkommen erreicht". Gleichzeitig betonte er, dass es fast keine Angriffe von Gaddafis Truppen mehr auf Zivilisten gebe.

+++ Vier US-Journalisten wieder frei +++

[13.55 Uhr] Vier in Libyen festgehaltene Journalisten der "New York Times" sind wieder frei. Dies bestätigte ein Sprecher der türkischen Botschaft in Washington. Er erklärte, die vier seien dem türkischen Botschafter in Tripolis übergeben worden. Sie sollten noch im Lauf des Tages nach Tunesien ausreisen. Libysche Sicherheitskräfte hatten die Reporter Anthony Shadid und Stephen Farrell sowie die Pressefotografen Tyler Hicks und Lynsey Addario in den vergangenen Wochen bei Kämpfen im Osten des Landes festgenommen.

+++ Kabinett will diese Woche Awacs-Mandat beschließen +++

[13.44 Uhr] Die Bundesregierung will am Mittwoch ein neues Mandat für einen Einsatz von Awacs-Aufklärungsflugzeugen über Afghanistan beschließen. Das kündigte Bundeskanzlerin Merkel in Berlin an. Dieser Beschluss werde unabhängig davon gefasst, ob sich bis dahin die Nato zu einer Beteiligung an den Angriffen auf Libyen entschließt.

+++ Ölpreise steigen wegen Libyen-Krise an +++

[13.31 Uhr] Die Ölpreise sind wegen der Militäraktion des Westens in Libyen gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Mai stieg im Mittagshandel um 1,97 Dollar auf 115,90 Dollar. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur April-Auslieferung kletterte um 1,90 Dollar auf 102,97 Dollar. Insbesondere in Libyen bleibe die Lage nach den Bombenangriffen auf die Stellungen Gaddafis angespannt, heißt es in einer Analyse der Commerzbank. Die Ölfelder seien zwar offensichtlich unbeschadet geblieben. Die baldige Rückkehr Libyens an den Ölmarkt sei jedoch unwahrscheinlich.

+++ EU verhängt neue Sanktionen gegen Gaddafi-Regime +++

[13.17 Uhr] Die Europäische Union hat weitere Sanktionen gegen Libyen verhängt. Die Außenminister der 27 EU-Länder haben in Brüssel offiziell beschlossen, das Vermögen von elf Vertretern der libyschen Führung sowie neun Wirtschaftseinheiten wie Banken und Unternehmen in der EU einzufrieren, wie ein EU-Diplomat mitteilte. Den Vertretern aus dem Umkreis von Machthaber Muammar al-Gaddafi wird zudem die Einreise verweigert.

+++ Rebellensprecher lehnt Einsatz von Bodentruppen ab +++

[13.06 Uhr] Ein Sprecher der Rebellen in Bengasi begrüßt die Luftangriffe der Alliierten, lehnt aber den Einsatz ausländischer Bodentruppen in Libyen ab. Das Ziel der Aufständischen sei nach wie vor, die Hauptstadt Tripolis einzunehmen.

+++ Putin: Uno-Resolution erinnert an "Aufruf zum Kreuzzug" +++

[12.51 Uhr] Die Vetomacht Russland hat sich im Weltsicherheitsrat bei der Abstimmung zur Uno-Resolution enthalten - und nicht mit Nein gestimmt. Doch seit Beginn der Luftangriffe kommt immer wieder heftige Kritik. Nun sagt Premier Wladimir Putin, die Resolution erinnere ihn an einen "Aufruf zum Kreuzzug aus dem Mittelalter". Die Angriffe seien nun ein Anlass für Russland, die eigenen Verteidigungskapazitäten zu erhöhen, fügte er hinzu.

+++ Luxemburg will nur unter der Nato mitmachen +++

[12.08 Uhr] Luxemburgs Außenminister Asselborn fordert eine schnelle Klärung der Aufgabenteilung zwischen der Nato und der Koalition um Frankreich, Großbritannien und den USA. Sein Land könne sich nur im Rahmen der Nato an der Operation gegen Libyen beteiligen. Die dänische Außenministerin Lene Espersen äußerte sich ähnlich. Die Nato-Botschafter wollen im Lauf des Tages erneut über die Rolle des Militärbündnisses beraten.

+++ Bündnis streitet über die Chef-Frage +++

[11.52 Uhr] Nur zwei Tage nach dem Start der Angriffe gegen Libyen droht der Streit über das Kommando die Intervention zu gefährden. Frankreich will die Führung der Operationen an sich reißen, doch die Rufe nach einer Übernahme durch die Nato werden immer lauter. "Wir müssen von einer Koalition der Willigen zu einem koordinierteren Ansatz unter der Nato kommen", sagte der italienische Außenminister Frattini in Brüssel. Doch die Türkei blockiert aus Zorn über Paris bislang, dass das Bündnis die Steuerung übernimmt. Die USA, die seit Samstag die meisten Angriffe geflogen sind, wollen ihre Führungsrolle so schnell wie möglich loswerden.

+++ Demonstranten bedrängen Uno-Generalsekretär +++

[11.39 Uhr] In Kairo ist dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, offener Protest entgegengeschlagen. Demonstranten stellten sich ihm mit Bildern des libyschen Machthabers Gaddafi und US-kritischen Spruchbändern in den Weg, als er gerade von einem Treffen der Arabischen Liga kam. Er kehrte sofort in das Haus zurück und verließ es durch einen Hinterausgang. Später wurde sein Konvoi von Ägyptern und Libyern mit Steinen beworfen.

+++ Kauder missbilligt Vorgehen gegen Libyen +++

[11.32 Uhr] Unionsfraktionschef Volker Kauder hat das militärische Vorgehen der internationalen Koalition gegen Libyen kritisiert. Die Aktion sei "nicht richtig durchdacht", sagte Kauder. In Libyen handele es sich um einen "typischen Bürgerkrieg", bei dem es auch zu einer Teilung des Landes kommen könne. Dann sei Gaddafi aber immer noch da.

+++ Türkei unzufrieden mit Militärangriffen auf Libyen +++

[11.13 Uhr] Die Türkei hat den Ablauf der Militärangriffe auf Libyen kritisiert. Ankara habe Schwierigkeiten, die Rolle Frankreichs zu verstehen, sagte der türkische Verteidigungsminister Vecdi Gönül in Ankara. Frankreich trete auf, als habe es die Führung bei der Durchsetzung der Uno-Resolution 1973, zitierte die Nachrichtenagentur Anadolu den Minister. Die türkische Regierung hat bisher keine eindeutige Linie im Umgang mit der libyschen Führung erkennen lassen, aber mehrfach eine Waffenruhe gefordert. Ankara ist unzufrieden mit dem Vorpreschen Frankreichs, aber auch gegen eine Beteiligung der Nato an den Angriffen.

+++ Hague nennt Gaddafi mögliches Angriffsziel +++

[11.04 Uhr] Der britische Außenminister William Hague hat einen direkten Angriff auf Muammar al-Gaddafi nicht ausgeschlossen. "Ich werde nicht über die Ziele spekulieren ... Das hängt von den Umständen zu bestimmten Zeitpunkten ab", sagte Hague dem Sender BBC. Er werde keine Details bekanntgeben, wer oder was Ziel der Angriffe sei. Der britische Verteidigungsminister Liam Fox sagte, ein Angriff auf Gaddafi sei "eventuell eine Möglichkeit". Es hänge davon ab, ob Zivilisten dabei außer Gefahr bleiben könnten, sagte Fox der BBC.

+++ Lage in Misurata verschärft sich +++

[10.48 Uhr] Den libyschen Rebellen zufolge wird die Lage in der Stadt Misurata immer dramatischer. Angeblich bringen Gaddafis Soldaten Zivilisten aus den Ortschaften in der Umgebung in die Stadt, um sie als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Laut einem Sprecher der Aufständischen haben sich die Soldaten zivil gekleidet und sind so ins Zentrum der Stadt gelangt . Bewohnern zufolge ist die Stadt von Gaddafis Soldaten umzingelt.

+++ Arabische Liga dementiert Konflikt mit Uno +++

[10.41 Uhr] Der Chef der Arabischen Liga, Amr Mussa, sagt, es gebe wegen der Libyen-Resolution keinen Konflikt. Sein Staatenbund respektiere den Beschluss des Sicherheitsrats. Die Resolution diene dem Schutz von Zivilisten. "Und darum geht es uns", sagt er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon in Kairo.

+++ Angeblich neue Angriffe in Sintan +++

[10.35 Uhr] Die Gaddafi-Truppen sollen Stellungen der Rebellen in der Stadt Sintan angegriffen haben. Das meldet al-Arabija unter Berufung auf Augenzeugen in der Ortschaft. Dort hatten sich in den vergangenen Wochen bereits mehrfach blutige Kämpfe abgespielt.

Die Luftangriffe gehen weiter

+++ Gerüchte über Tod von Gaddafi-Sohn Chamis +++

[10.22 Uhr] Einer der Söhne Gaddafis soll laut Berichten von Oppositionellen und arabischen Medien Opfer eines Kamikaze-Piloten geworden sein. Chamis al-Gaddafi sei in einem Krankenhaus in Tripolis an den Folgen schwerer Brandwunden gestorben, hieß es in den Berichten. Die Verletzungen habe er erlitten, als ein Pilot der libyschen Luftwaffe vor einigen Tagen mit seinem Kampfjet absichtlich auf den Stützpunkt Bab al-Asisija stürzte, in dem Gaddafi und seine Familie leben. Von offizieller Seite war der Absturz des Kamikaze-Piloten dementiert worden.

+++ Briten brechen Tornado-Einsatz ab +++

[10.06 Uhr] In der zweiten Nacht des Militäreinsatzes der Alliierten hat Großbritannien eine Operation mit Rücksicht auf Zivilisten kurzfristig abgebrochen. Ein geplanter Tornado-Einsatz sei gestoppt worden, teilte das britische Verteidigungsministerium mit. Es habe sich herausgestellt, dass an dem angepeilten Ziel Zivilisten gewesen seien. Von einem britischen U-Boot aus seien allerdings Geschosse gegen die libysche Luft-Verteidigung abgefeuert worden.

+++ Taliban solidarisieren sich mit Libyen +++

[9.58 Uhr] Die radikalislamischen Taliban verbünden sich mit Machthaber Gaddafi. "Libyen verdient in dieser schwierigen Zeit unsere Unterstützung", sagte ein Sprecher der Taliban SPIEGEL ONLINE am Telefon. "Den westlichen Staaten, allen voran den USA, geht es doch nur darum, ihre eigene Agenda durchzusetzen. Der Libyen-Einsatz ist ein Krieg gegen den Islam." Zuvor hatten die Taliban eine schriftliche Mitteilung verbreiten lassen, wonach sie kritisieren, die westlichen Länder wollten sich "der libyschen Ressourcen bemächtigen, nachdem sie in dem ölreichen Land anarchische Zustände geschaffen haben". Gaddafi seinerseits hat die Taliban - wie alle Radikalislamisten - stets abgelehnt.

+++ Katar nimmt an Libyen-Operation teil +++

[9.36 Uhr] Katar will Kampfjets für die Militäroperation in Libyen bereitstellen. Das berichteten lokale Medien in dem arabischen Golfemirat. Wie viele Flugzeuge und Piloten das kleine Land schicken will und ob die Vorbereitungen für den Einsatz schon abgeschlossen sind, ist noch nicht bekannt. Katar ist bislang das erste arabische Land, das sich aktiv an der Überwachung der Flugverbotszone beteiligen will.

+++ Libysche Flüchtlinge erreichen Sizilien +++

[9.22 Uhr] Mehr als 100 Libyer sind in der Nacht zum Montag in zwei Booten an Siziliens Ostküste angekommen. Die insgesamt 117 Flüchtlinge erreichten italienischen Boden in der Region von Catania. Sie werden von den Behörden kontrolliert und medizinisch betreut, berichten italienische Medien. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Tatsache, dass eine Gruppe von etwa 50 Flüchtlingen mit einem italienischen Fischerboot anlandete. Untersucht werden jetzt die Herkunft des Bootes und der Hergang der Überfahrt von Nordafrika.

+++ Paris dementiert zivile Opfer +++

[8.13 Uhr] Die französische Regierung erklärt, sie habe keine Informationen über zivile Opfer der Luftangriffe. Die libysche Seite hatte zuvor angebliche Opfer unter der Zivilbevölkerung beklagt - auch Kinder.

+++ Gaddafi ruft zum Marsch auf Bengasi auf +++

[6.38 Uhr] Gaddafi will Tausende seiner Anhänger nach Bengasi marschieren lassen. Die staatliche Nachrichtenagentur Jana meldete, der Diktator habe sich mit Mitgliedern eines Volkskomitees getroffen, um diesen "grünen Marsch" nach Bengasi zu organisieren. Die "Demonstranten", zu denen Abgeordnete der verschiedenen Stämme des Landes gehören sollen, würden sich "mit Olivenzweigen in der Hand" in friedlicher Absicht auf den Weg nach Osten machen, hieß es. Sie würden jedoch von bewaffneten Bürgern begleitet, da die andere Seite ebenfalls bewaffnet sei.

+++ Westen bezweifelt neues Waffenstillstandsangebot +++

[5.23 Uhr] Das neue Angebot einer Waffenruhe des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi stößt bei den USA und Großbritannien auf Skepsis. Die britische Regierung erklärte in London, als die libysche Führung am Freitag erstmals eine Waffenruhe verkündet habe, sei diese wenige Stunden später gebrochen worden. Der Sicherheitsberater von US-Präsident Obama, Tom Donilon, spottete: "Es ist nicht wahr oder sie wurde sofort verletzt." Ein Sprecher der libyschen Streitkräfte in Tripolis hatte erklärt, die Waffen würden bereits seit Sonntagabend schweigen. Damit folge man einem Vorschlag der Afrikanischen Union.

+++ Attacke gegen Libyen wird fortgesetzt +++

[3.56 Uhr] Die Koalition hat ihre Luftangriffe auf Libyen am frühen Montagmorgen fortgesetzt. Großbritannien feuerte in der Nacht von einem seiner U-Boote erneut "Tomahawk"-Marschflugkörper ab.

+++ SPD für Awacs-Flüge über Afghanistan +++

[1.23 Uhr] SPD-Chef Gabriel hat die Bereitschaft seiner Partei signalisiert, einen Einsatz deutscher Soldaten bei Kontrollflügen mit Awacs-Flugzeugen über Afghanistan im Bundestag zu unterstützen. "Wenn die Koalition sagt, wir brauchen einen solchen Einsatz, kann man darüber reden", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Allerdings müsse sichergestellt werden, dass die Obergrenze für den Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan nicht überschritten werde. Diese Grenze liegt im jüngsten Mandat bei 5350 Soldaten, einschließlich aller Reservekräfte.

+++ Nato-Teilnahme scheitert an Türkei +++

[0.25 Uhr] Der Nato-Rat hat eine Beteiligung der Allianz bei der Durchsetzung des Flugverbots in Libyen vorerst abgelehnt. Aus diplomatischen Kreisen in Brüssel heißt es, dass eine Teilnahme am Einspruch der Türkei scheiterte. Es gebe weiteren Gesprächsbedarf. Einverständnis erzielte die Runde abe darüber, dass sich das Bündnis an der Durchsetzung des Uno-Waffenembargos gegen Libyen beteiligt.

+++ Gebäude von Gaddafi zerstört +++

[0.03 Uhr] In Tripolis ist ein Gebäude der Residenz von Machthaber Muammar al- Gaddafi bei einem Angriff zerstört worden. Einem AFP-Reporter vor Ort zufolge handelt es sich um ein Verwaltungsgebäude in dem Komplex, der in Bab al-Asisija im Süden von Tripolis liegt. Es wurde nach Angaben eines Regierungssprechers von einer Rakete getroffen und vollständig zerstört.

ler/ffr/hen/jok/dpa/dapd/AFP/Reuters/AP/dpa-AFX