Geiselaffäre: Gaddafi hat festgehaltene Schweizer versteckt - DER SPIEGEL
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Geiselaffäre Gaddafi hat festgehaltene Schweizer versteckt

Er fürchtete eine gewaltsame Befreiung - deshalb hat Libyens Staatschef Gaddafi zwei Schweizer Geiseln verstecken lassen. Die Affäre um die beiden Geschäftsmänner belastet die Beziehungen zwischen Bern und Tripolis seit über einem Jahr. Der "Revolutionsführer" will nun auf die Freilassung drängen.
Libyens Staatschef Gaddafi: Ließ Geiseln an einen "sicheren" Ort bringen
Libyens Staatschef Gaddafi: Ließ Geiseln an einen "sicheren" Ort bringen

Libyens Staatschef Gaddafi: Ließ Geiseln an einen "sicheren" Ort bringen

Foto: STR/ REUTERS
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Muammar al-Gaddafi

Bern - Aus Angst vor einer gewaltsamen Befreiung hat der libysche Staatschef zwei festgehaltene Schweizer Geschäftsleute verstecken lassen. Das berichten Schweizer Medien am Freitag unter Berufung auf Bundespräsident Hans Rudolf Merz, der sich zur Uno-Generaldebatte in New York aufhält.

Libyen

Die seit über einem Jahr festgehaltenen Schweizer befanden sich bisher in der Schweizer Botschaft in Tripolis und konnten sich, obwohl sie zunächst keine Pässe hatten, frei bewegen. Nach Aussage von Merz wurden sie von den libyschen Behörden an einen ihren Angaben nach "sicheren" Ort gebracht. Gaddafi habe diese Maßnahme im Gespräch mit ihm damit begründet, dass befürchte, die Schweiz könnte versuchen, die Zurückgehaltenen gewaltsam zu befreien, sagte Merz. Er habe Gaddafi versichert, dass die Schweiz keine solchen Absichten hege.

In der Schweizer Öffentlichkeit war allerdings eine solche Maßnahme diskutiert worden. Dabei handelte es sich vor allem um Vorschläge empörter Parlamentarier wegen der Behandlung der beiden Geschäftsleute. Die libyschen Behörden werfen den zwei Schweizern vor, sie hätten gegen Visabestimmungen des Landes verstoßen. Ihre Festnahme wird jedoch als Vergeltungsaktion für den Fall Hannibal interpretiert. Gaddafis jüngster Sohn Hannibal und dessen Ehefrau waren im Juli 2008 unter dem Verdacht der Körperverletzung in einem Genfer Hotel vorübergehend festgenommen worden. Sie sollen zwei arabische Hausangestellte geschlagen haben, was die Beschuldigten bestreiten.

Gaddafi hat Merz in New York nach dessen Angaben versprochen, sich persönlich für die Ausreise der festgehaltenen Schweizer Geschäftsleute einzusetzen. Merz hatte am 20. August nach Gesprächen mit der libyschen Führung erklärt, die beiden Geiseln könnten binnen weniger Tage in die Schweiz zurückkehren. Dies hätten ihm die Libyer zugesichert. Die beiden Geschäftsleute konnten jedoch, obwohl sich Merz im Namen der Schweiz für die Festnahme entschuldigt hat, bislang nicht ausreisen.