Geiselnahme in Malaysia Entführer fordern Millionen-Lösegeld
Kuala Lumpur - Ein Lösegeld von 100 Millionen Pesos (rund fünf Millionen Mark) verlangen die Entführer, verlautete am Mittwoch aus philippinischen Polizeikreisen. Zwei malaysische Moslems unter den Geiseln sollen demnach in Kürze freikommen. Unter den insgesamt 21 Verschleppten sind mindestens zehn Touristen, unter ihnen auch drei Deutsche aus Göttingen. Alle seien in guter Verfassung, sagte der Chef des philippinischen Militärgeheimdienstes Jose Calimlim.
Die Kidnapper sollen die Geiseln nach Informationen des philippinischen Verteidigungsministers Orlando Mercado in mehrere kleine Gruppen aufgeteilt und sich mit ihnen rund um die Stadt Talipao versteckt halten. Talipao liegt in einem bergigen Gebiet, 20 Kilometer von Jolo entfernt, der Hauptstadt der dünn besiedelten Provinz Sulu. Mercado sagte, es gebe keinen direkten Kontakt von Regierungsvertretern zu den Kidnappern.
Bei diesen handle es sich wahrscheinlich um Moslemrebellen der Organisation Abu Sayyaf, sagte der Gouverneur der Inselprovinz Sulu im äußersten Südwesten der Philippinen, Abdusakur Tan. Mitglieder von Abu Sayyaf halten derzeit auch 27 Menschen, zumeist Kinder, auf der südphilippinischen Insel Basilan fest. Für deren Freilassung fordern sie, dass drei arabische Terroristen in den USA aus der Haft entlassen werden.
Die Tauchurlauber waren am Sonntagabend von sechs schwer bewaffneten Männern überfallen und auf zwei Boote gebracht worden. Bei den verschleppten Deutschen handelt es sich um einen 57-jährigen Erdkundelehrer aus Göttingen, seine 56-jährige Ehefrau und deren 26-jährigen Sohn. Ebenfalls entführt wurden nach Angaben der malaysischen Behörden zwei Franzosen, zwei Finnen, zwei Südafrikaner und ein Libanese. Außerdem wurden neun Malaysier und ein Philippiner als Geiseln genommen, die auf der Insel arbeiteten. Über die Identität einer weiteren Geisel gibt es bislang keine Informationen.