Geld an Fukushima-Opfer Entschädigung für das "Seelenleiden"
Evakuierungzone um Fukushima: Die Anwohner sollen mehr Geld erhalten.
Foto: David Guttenfelder/ APTokio - Eine Entschädigung für das "Seelenleiden" der Evakuierten - so kündigte der japanische Industrieminister Banri Kaieda weitere Hilfszahlungen für die Menschen an, die nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima ihre Wohnungen verlassen mussten. 100.000 Yen, also rund 850 Euro, soll die Betreiberfirma Tepco an jeden Betroffenen zahlen - und zwar pro Monat, den die Anwohner nicht in ihrem Zuhause verbringen konnten.
Etwa 160.000 Anwohner mussten nach der Havarie des Kraftwerkes ihre Wohnungen räumen, weil sie in der 20 Kilometer umfassenden Evakuierungszone oder in besonders verstrahlten Regionen in bis zu 30 Kilometer Entfernung vom Kraftwerk lebten. Viele harren seit mehr als drei Monaten in Notunterkünften aus. Zum aktuellen Zeitpunkt würden sie rund 2550 Euro an zusätzlichen Zahlungen erhalten. Wer bereits in seine Wohnung zurückkehren konnte, soll die anteilige Summe erhalten.
Schon im Mai zahlte Tepco jeder betroffenen Familie rund eine Million Yen, umgerechnet rund 8500 Euro. Einzelpersonen erhielten 6200 Euro. Damals beschwerten sich vor allem Großfamilien über die angebliche Ungerechtigkeit der pauschalen Entschädigungszahlung.
Das Atomunglück war vor fast vier Monaten durch ein Erdbeben und einen darauffolgenden Tsunami ausgelöst worden. Bislang hat die Betreiberfirma Tepco rund 400 Millionen Euro Entschädigungen gezahlt. Künftig will die japanische Regierung Tepco bei den Hilfszahlungen unterstützen. Die Entschädigungen sollen aus einem Fonds finanziert werden, in den neben dem Staat auch andere Energiekonzerne einzahlen sollen.
Japans Ministerpräsident Naoto Kan gerät indes weiter unter Druck. Nach nur einer Woche im Amt ist sein Wiederaufbauminister Ryu Matsumoto zurückgetreten. Er war wegen seines als arrogant wahrgenommenen Verhaltens während eines Besuches in den verwüsteten Präfekturen Miyagi und Iwata in die Kritik geraten.